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12. Dezember 2017 | 17:14 Uhr

Sorgen ernst nehmen

vom

svz.de von
erstellt am 26.Sep.2007 | 08:36 Uhr

Der Apothekerverband in Deutschland befürchtet einen neuen Medikamenten-Engpass zum Jahreswechsel, weil alte Rabattverträge zwischen Krankenkassen und Arzneimittel-Herstellern auslaufen. Das ist zwar auch eine strategische Warnung, weil derzeit über eine Übergangsfrist zwischen alten und neuen Verträgen verhandelt wird. Dennoch steckt mehr dahinter als bloße Taktik. Die Sorge ist nicht aus der Luft gegriffen, sondern beruht auf Erfahrungen aus diesem Jahr. Die Umsetzung der ersten Rabattverträge hat teilweise Chaos in Apotheken und Arztpraxen ausgelöst. Verunsicherte und verärgerte Patienten konnten nicht verstehen, warum sie ihre Medikamente plötzlich von einem anderen Hersteller bekommen sollten. Als wäre das noch nicht genug, war das neu verschriebene Medikament nicht selten wegen Lieferengpässen vergriffen, so dass sich die Patienten ein weiteres Mal umstellen mussten. Da fiel es schwer zu erklären, dass die Verträge eigentlich dabei helfen sollen, die Kosten im Gesundheitswesen - und damit auch die der Beitragszahler - zu senken.
Immerhin: Die AOK und der Apothekerverband in MV sind überzeugt, dass alle Beteiligten aus den Anfangsschwierigkeiten mit den Rabattverträgen gelernt haben. Dafür spricht, dass die AOK die Zahl der Anbieter für Verträge erhöht hat und stärker darauf achten will, dass darunter auch leistungs- und lieferstarke Hersteller sind. Offen ist allerdings noch die Frage, ob es eine Übergangsfrist für die zweite Generation von Rabattverträgen vom 1. Januar 2008 an geben wird. Solange dies nicht geklärt ist, müssen die Befürchtungen des Deutschen Apothekerverbands ernst genommen werden.

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