Lewitz : Sorge um Vielfalt der Vogelarten

Naturschauspiel: In der Abenddämmerung fliegen die Kraniche zu den Lewitzteichen.
Naturschauspiel: In der Abenddämmerung fliegen die Kraniche zu den Lewitzteichen.

Lewitz-Experte Dr. Horst Zimmermann fordert mit Nutzern abgestimmte Konzepte

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16. November 2017, 08:00 Uhr

Das allabendliche Naturschauspiel der einfliegenden Zugvögel an den Fischteichen der Lewitz beobachtet der Naturfotograf und Wanderführer Ralf Ottmann mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Dieser faszinierende Anblick sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es Vogelarten gibt, insbesondere Wat- und Sumpfvögel, die in der Lewitz nicht mehr oder nur mit wenigen Tieren zu finden sind“, mahnt Ottmann. Diese Sorge um die Vielfalt der Vogelarten in der Lewitz teilt Dr. Horst Zimmermann. Der Tierarzt im Ruhestand betreut seit Jahren das Europäische Vogelschutzgebiet Lewitz. „Wir brauchen einen Managementplan, über den die Bewirtschaftung mit Land- und Forstwirten abgestimmt wird“, sagt der Hobbyornithologe. Dabei müsse genau geschaut werden, was in der Teich-, der Wiesen- und der Waldlewitz für die jeweilige Vogelart getan werden kann. Zimmermann beklagt, dass es das Europäische Vogelschutzgebiet Lewitz nur dem Namen nach gibt, dass die derzeit geltenden Schutzreglungen nicht ausreichen.

Zugleich betont Zimmermann, dass die Veränderungen in der Vogelwelt verschiedene Ursachen haben. Und er differenziert auch zwischen Zug- und Brutvögeln. Zur letzteren Gruppe gehören die Wat- und Sumpfvögel. Deren Lebensraum sind Sumpflandschaften und überschwemmte Grünflächen. Doch die sind durch große Meliorationsprojekte in den 1950er- und 1980er-Jahren verschwunden. „Diese Vogelarten sind nicht ausgestorben, aber in der Region verschollen“, fügt Zimmermann an. Er beobachtet ebenfalls, dass es weniger Zugvögel gibt. Doch auch dafür sieht er die Hauptursache in Veränderungen in den jeweiligen Brutgebieten. Davon unabhängig könne aber mit Hilfe eines Managementplanes auch etwas für die Zugvögel in der Lewitz getan werden, ist Zimmermann überzeugt.

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