Crivitzer Gesichter : Sonntag ist ihr großer Tag

Am Sonntag tritt sie beim Festgottesdienst  ihren Dienst an: Friederike Meyer (31) ist die neue Pastorin von Crivitz. Beginn in der Stadtkirche ist um 14 Uhr.
Am Sonntag tritt sie beim Festgottesdienst ihren Dienst an: Friederike Meyer (31) ist die neue Pastorin von Crivitz. Beginn in der Stadtkirche ist um 14 Uhr.

In Crivitz ist sie geboren, in Crivitz wird sie ihre erste Pastorenstelle antreten: Friederike Meyer wird morgen für ihren Dienst eingesegnet

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24. Februar 2018, 16:00 Uhr

Es klingelt. Ganz unverhofft. Wie so oft im Pfarrhaus. Vor der Tür steht Elisabeth Renker. Mit einem Blumenstrauß in der Hand will sie der neuen Pastorin „einfach mal Hallo“ sagen. Friederike Meyer bittet sie herein. Die junge Frau ist erst vier Tage in der Stadt. Aber von Anfang an hat sie dieses gute Gefühl. Das beginnt schon am Morgen, wenn ihr Blick als erstes über den Crivitzer See geht und sie die Krokusse und Schneeglöckchen im Pfarrgarten entdeckt. „Ist das nicht schön“, sagt Friederike Meyer. Schon am ersten Tag war sie von den Menschen auf der Straße freundlich angesprochen worden. Sind Sie nicht unsere neue Pastorin? Der „alte“ Pastor Krämer war erst vergangene Woche aus der Pfarrwohnung im ersten Stock ausgezogen. Nahtlos übernimmt Friederike Meyer seine Wohnung. Gemeinsam mit ihrem neunjährigen Sohn Malte wird sie hier wenigstens drei Jahre leben. So lange dauert die Probezeit. Denn es ist ihre erste Stelle als Pastorin.

Nach dem Theologiestudium in Rostock und ihrem Vikariat in Kessin wird die 31-Jährige am Sonntag feierlich für ihren Dienst eingesegnet. Den Arbeitsort Crivitz konnte sie sich nicht aussuchen. „Um so mehr hat es mich gefreut, dass es Crivitz geworden ist“, sagt sie. Denn in Crivitz ist sie geboren, in Schwerin hat sie das Musikgymnasium besucht und in Hagenow die längste Zeit ihrer Kindheit und Jugend verbracht. „Ich fühle mich hier heimisch“, sagt die junge Frau. „Es ist, als wenn sich ein Kreis schließt.“

Friederike Meyer ist Pastorentochter. Ihr Vater Hans- Georg Meyer war jahrelang Pastor in Hagenow. Als Kind wollte Friederike Lehrerin werden. „Für mich war schon früh klar, dass ich später mit Menschen arbeiten möchte“, sagt sie. Aber dann habe sie sich mit Fragen beschäftigt, wie: Was passiert nach dem Tod? Worin besteht der Sinn des Lebens? Und: Warum glaubt der Mensch? Sie entschied sich für das Theologiestudium. Anfangs noch mit dem Gedanken, Seelsorgerin zu werden. „Doch wie das so ist mit dem Leben. Es passiert einfach und plötzlich ist man an einem Punkt, an dem es sich richtig anfühlt und man genau weiß, was man will“, sagt sie. Seit ihrem Gemeindepraktikum und dem Vikariat fühlt sie sich der Herausforderung gewachsen. „Der Pastorenberuf ist so vielfältig“, sagt sie. „Ich darf Menschen in allen Lebenssituationen begleiten, teile Freud und Leid mit jung und alt.“ Im Vikariat in Kessin traute Friederike Meyer ihr erstes Paar, sie hielt die ersten eigenen Predigten, taufte Kinder und sprach zum ersten Mal auf einer Beerdigung. Der Kessiner Pastor Lutz Breckenfelder habe ihr den Rücken gestärkt, ihr viel Freiraum für Ideen und Projekte gelassen. Er wird auch am Sonntag dabei sein, wenn Friederike Meyer vom Wismarer Propst Marcus Antonioli eingesegnet wird. Friederikes Eltern werden kommen, ihre drei Geschwister, Freunde, der Kirchengemeinderat und viele der etwa 700 Gemeindeglieder. Auch Elisabeth Renker. „Wir freuen uns riesig, dass wir so schnell eine neue Pastorin bekommen“, sagt sie. Pastorenwechsel ohne zwischenzeitliche Vakanz – das hatte es schon lange nicht mehr in Crivitz gegeben.



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