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1,5 Millionen Euro teures Projekt in Strahlendorf : Sonnen-Kraftwerk auf alter Deponie

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Die Schweriner Stadtwerke wollen auf der alten Deponie in Stralendorf eine Photovoltaik-Anlage mit 9300 Modulen errichten. Der Entwurf des Bebauungsplans liegt vom 12. März bis 10. April im Amt Stralendorf aus.

svz.de von
erstellt am 14.Feb.2013 | 09:20 Uhr

Stralendorf | Die Schweriner Stadtwerke wollen auf der alten Deponie in Stralendorf eine Photovoltaik-Anlage errichten. Das Vorhaben ist schon recht konkret. Der Entwurf des Bebauungsplans liegt vom 12. März bis 10. April im Amt Stralendorf aus. Die Kommune hat dem Projekt bereits zugestimmt.

Sobald der Bebauungsplan beschlossen ist und der Landkreis Ludwigslust-Parchim die Baugenehmigung erteilt, wollen die Stadtwerke mit den Ausschreibungen loslegen. Das kann, so schätzt Volker Hachmann, stellvertretender Bereichsleiter Technik und Projektleiter, im Mai sein. Und im Sommer könnte dann mit der Installation der Module begonnen werden. Auf drei Baufeldern sollen insgesamt rund 9300 Module aufgestellt werden. Diese werden annähernd 1,6 Millionen Kilowattstunden im Jahr in das öffentliche Stromnetz einspeisen. "Der Ertrag reicht aus, um knapp 700 Haushalte mit Strom zu versorgen", erklärt Hachmann.

"Die Kosten des Projektes werden nach ersten Schätzungen in der Nähe von 1,5 Millionen Euro liegen." Dass sich die Stadtwerke Schwerin die alte Deponie, die insgesamt etwa 18 Hektar groß ist, als Standort für ihre Photovoltaik-Anlage ausgewählt haben, sei naheliegend. Immerhin handelt es sich um eine so genannte Konversionsfläche aus wirtschaftlicher Nutzung. Die Errichtung der Photovoltaik-Anlage ist mit der laufenden Rekultivierung der Deponie abgestimmt. Diese Maßnahmen werden voraussichtlich bis zum Jahr 2016 fortgesetzt. Ins Gehege komme man sich auf dem Gelände nicht, betont Projektleiter Hachmann.

Die Solaranlage entstehe auf bereits rekultiviertem Areal auf einer Fläche von 11,3 Hektar - in günstiger Hanglage, Richtung Südwest. Das entspricht in etwa der Größe von fünf bis sechs Fußballfeldern. Um den Deponiekörper bei der Installation der Module nicht zu beschädigen, werden die Rammpfähle 1,50 Meter tief ins Erdreich getrieben - die aufgetragene Schutzdecke beträgt zwei Meter. Auf einer Unterkonstruk tion werden dann die einzelnen Module montiert und miteinander verkabelt. Wechselrichter, Transformatoren und eine Schaltstation müssen errichtet werden, um den von der Sonnenenergie erzeugten Strom in das Netz der Wemag einspeisen zu können. Die Installation selbst werde zwei bis zweieinhalb Monate in Anspruch nehmen, schätzt der Projektleiter. Alles in allen gehen die Stadtwerke davon aus, dass im Spätsommer der erste Strom aus dieser Photovoltaik-Anlage fließen kann. Innerhalb der auf 20 Jahre garantierten EEG-Einspeisevergütung soll sich die Investition amortisiert haben.

Bei der Umsetzung des Projektes in Stralendorf, das der nachhaltigen Energieversorgung vor Ort dient, können sich auch Bürger beteiligen, informiert Rainer Beneke, Geschäftsführer der Gesellschaft für erneuerbare Energien Schwerin mbH, eine hundertprozentige Tochter der Schweriner Stadtwerke: Über einen Bürgerfonds, den die Stadtwerke jetzt erstmals aufgelegt haben. Interessierte können Anteile noch bis zum 28. Februar zeichnen. (SVZ berichtete). Das Geld aus dem Bürgerfonds fließt ausschließlich in Projekte für den Einsatz regenerativer Energien und zur Schonung des Klimas, erläutert Beneke. Zu diesen gehören neben der Errichtung der Photovoltaik-Anlage auf der ehemaligen Deponie in Stralendorf auch der Bau einer weiteren Anlage auf dem einstigen Wasserwerksgelände im Schweriner Stadtteil Gosewinkel. Zudem sollen vorhandene Dachflächen von städtischen Einrichtungen für den Bau mehrerer Photovoltaik-Anlagen genutzt werden. Die Stadtwerke haben bereits sieben Solarstrom-Anlagen auf Dächern in Schwerin gebaut.

Erneuerbare Energien seien natürliche ein Thema für die Stadtwerke, betont Beneke. Wie sonst solle die Energiewende erreicht werden? Es gehe darum, von fossilen Trägern abzukommen. Photovoltaik sei dafür ein Beispiel. Und die Fläche in Stralendorf eigne sich dafür besonders gut. Es werde keine landwirtschaftliche Fläche oder gar Bauland beansprucht, betont der Geschäftsführer der Gesellschaft für erneuerbare Energien Schwerin mbH.

Dass an ihrem Dorfrand auf der alten Deponie ein Solarpark entstehen soll, dagegen haben die Stralendorfer nichts einzuwenden, sagt Bürgermeister Helmut Richter. Die Stralendorfer Gemeindevertreter hatten dem Entwurf zum Bebauungsplan "Sondergebiet Photovoltaik alte Deponie Stralendorf" zugestimmt - einstimmig. Der Plan wird öffentlich im Amt ausgelegt und kann zu den Öffnungszeiten des Amtes eingesehen werden. Bürgermeister Richter: "Die Gemeinde stand dem Projekt von vornherein wohlwollend gegenüber. Die Nutzung der alten Deponie, die außerhalb der Wohnbebauung liegt, ist in unserem Sinne."

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