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Schweriner Missbrauchsskandal : Sonderermittler legen Bericht vor

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Untersuchungen zur Rolle des Jugendamtes im Missbrauchsskandal vor dem Abschluss: Streit der Politiker programmiert

Der zeitweilige Ausschuss der Stadtvertretung, der die Fehler im Jugendamt analysieren soll, warum der Missbrauch von Kindern und Jugendlichen im Verein Power for Kids über ein halbes Jahr trotz Kenntnis der Verwaltung nicht gestoppt wurde, tagt heute Abend zum wohl letzten Mal. Es wird voraussichtlich eine intensive Debatte um die politische Verantwortung geben. Im Kern geht es vor allem um die Frage, ob Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow ihre Verwaltung im Griff hat.

Die Linken-Mitglieder im Sonderausschuss haben bereits deutlich gemacht, dass sie in diesen strittigen Punkten gern ein so genanntes Minderheitenvotum im Bericht sehen würden, sprich: Sie lehnen das Fazit ab, die OB trage Verantwortung. Doch Ausschussvorsitzender Sven Klinger (CDU) vertritt bislang die Ansicht, dass dieses Konstrukt der Landesebene im Kommunalbereich nicht Anwendung finden dürfe. Das würde zur Folge haben, dass die Linken dem Bericht nicht zustimmen würden. Die öffentliche Beratung beginnt heute um 17.30 Uhr im Stadthaus.

Der Bericht selbst wird wohl neben der Verantwortlichkeit der OB auch das Fazit enthalten, dass das Vertrauen ins Jugendamt beeinträchtigt ist und es bislang keinen Neuanfang in der Behörde gegeben habe. Auch wird voraussichtlich der Sonderausschuss die Wiedereinsetzung von Amtsleiterin Caren Gospodarek-Schwenk durch die OB kritisieren, da diese aus Sicht der Ausschussmehrheit „nicht qualifiziert“ sei. Der Ausschuss wird wohl zudem empfehlen, dass alle Jugendtreffs – auch private – eine Erlaubnis zur Kinderbetreuung durch das Amt brauchen und die Stadt regelmäßig dort kontrolliert.

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erstellt am 05.Jul.2016 | 21:00 Uhr

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