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Schlossfestspiele : Sommeroper braucht den Schlossblick

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Für Unruhe sorgte die Ankündigung, dass die Schlossfestspiele von 2014 an nicht mehr auf dem Alten Garten stattfinden sollen, um eine Bewerbung als Unesco-Weltkulturerbe nicht zu gefährden. SVZ-Leser sehen das anders.

svz.de von
erstellt am 28.Feb.2012 | 09:17 Uhr

Altstadt | Für Unruhe hat die Ankündigung der Stadt gesorgt, dass die Schlossfestspiele von 2014 an nicht mehr auf dem Alten Garten stattfinden sollen, um eine Bewerbung des Schlossensembles als Unesco-Weltkulturerbe nicht zu gefährden. SVZ-Leser sehen das anders. Viele halten den traditionellen Aufführungsort für unverzichtbar. So schreibt beispielsweise Udo Binner: "Diese Festspiele leben vom Ambiente im Bereich des Alten Gartens mit Blick auf das Schloss, den See, das Theater und das Museum und von der Nähe zum Stadtzentrum mit Restaurants, in denen man vor und nach den Vorstellungen einem schönen Abend ausklingen lassen kann. Alle anderen Spielstätten haben diese Kulisse nicht. Der Alte Garten ist durch nichts zu ersetzten, was von vielen Gästen der Festspiele immer betont wird."

Karin Klabunde indes könnte sich einen Umzug vorstellen: "Mich hat die Aufführung im vergangenen Jahr auf der Freilichtbühne beeindruckt. Das wäre eine Ausweichvariante wie der Platz am Burgsee." Auch für Katrin Zelder käme die Freilichtbühne in Frage: "Die Aufführung des Freischütz hat mir dort gut gefallen", schreibt sie. Eckart und Waltraud Rademacher sehen als mögliche Alternative die Wiese am Marstall. "Wenn das Schloss als Namensgeber der Festspiele als Zugpferd verwendet wird, so sollten diese auch in unmittelbarer Nähe stattfinden. Die Nähe zum Theater wäre gewährleistet, so dass die Umkleide- und Vorbereitungsräume genutzt werden könnten." Auch ein Parkplatz sei in unmittelbarer Nähe verfügbar, und eine Lärmbelästigung für Anlieger entfalle, schreiben sie.

Theaterintendant Joachim Kümmritz hält den Alten Garten als alternativlos für die Schlossfestspiele. "Wir haben eine Marke etabliert, die sich über Qualität definiert. Dazu gehört auch entsprechendes Ambiente. Ohne direkten Blick auf das Schloss wird die Erwartungshaltung der Zuschauer nicht erfüllt", sagt Kümmritz. Dann müsse man den Titel Schlossfestspiele abschreiben. Abgesehen davon bedeute jeder Spielort fernab des Theaters einen erhöhten finanziellen Aufwand für die Logistik, wie sich im vergangenen Jahr gezeigt habe, obwohl die Bedingungen auf der Freilichtbühne nicht schlecht waren.

Wenn jemand der Meinung sei, die Schlossfestspiele an einem anderen Ort durchführen zu können, müsse er das tun. Aber ohne das Theater. Er werde keine Verantwortung für Schlossfestspiele an anderen Spielorten übernehmen, erklärt der Intendant. Sicher gäbe es auch die Möglichkeit, das Sommerevent als eigenständiges Unternehmen zu führen. "Doch so ein privater Investor, der ein Millionenrisiko übernimmt, muss erst einmal gefunden werden", sagt Kümmritz.

Unterdessen mehren sich die Stimmen, die die Kündigung des Spielorts Alter Garten durch die Stadt für voreilig und wenig zielführend halten. Landtagsdirektor Armin Tebben beispielsweise weiß aus Gesprächen mit Unesco-Denkmalschützern, dass Kultur in einem Denkmal keineswegs einen Widerspruch zum Welterbetitel darstelle.

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