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Zeitung für die Landeshauptstadt

15. Dezember 2017 | 19:09 Uhr

Ekel : Sommer lässt Schlingpflanzen wuchern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Umweltministerium beseitigt nur im Notfall Pflanzen aus Seen – Großalgen sprechen für gute Wasserqualität

von
erstellt am 14.Sep.2014 | 14:10 Uhr

Igitt – Schlingpflanzen wuchern in Schweriner Seen. Das ekelt viele Badegäste, die sich am Heißen Draht der SVZ melden. „Kann man dagegen nichts mache?“, fragen viele. Nachdem die Stadt im Sommer beispielsweise am Lankower See die Uferbereiche gesäubert hatte, hakte SVZ noch einmal beim zuständigen Umweltministerium nach, das hauptsächlich für die Wasserflächen der Seen verantwortlich ist.

Die erste gute Nachricht: Wenn die Temperaturen Ende dieser Woche noch einmal über die 25-Grad-Celsius-Marke klettern, dürfte sich das Algen-Problem erledigt haben. Die meisten Schlingpflanzen sterben Mitte August ab.

Die zweite gute Nachricht: Großalgen sind zwar unangenehm für Wasserratten, sprechen aber eigentlich für eine gute Wasserqualität. „Das Schlingpflanzenproblem wäre also geringer einzuschätzen, als beispielsweise Ufersäume mit stinkenden, zum Teil toxischen Blaualgenresten und trübem Wasser“, erläutert ein Ministeriumssprecher.

Die schlechte Nachricht: Das Ministerium beseitigt Großalgen nur in Extremfällen. „Die Beseitigung größerer Mengen auch aus tieferen Bereichen wäre kontraproduktiv, teuer und hätte mit Sicherheit zur Folge, dass sich das verhältnismäßig labile Gleichgewicht der Bioproduktion in Richtung Phytoplankton verlagert“, so der Sprecher weiter. „Wegen Lichtmangel würden außer vielleicht Teich- und Seerosen keine Wasserpflanzen mehr wachsen können und der dann trübe See würde die Attraktivität für die Badenutzung erst recht verlieren.“ So würden Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen an Seen auch durchgeführt, um die Entwicklung von Wasserpflanzen zu begünstigen.

Übrigens bevorzugen schöne Seerosen vornehmlich Seen mit schlechter Badewasserqualität.

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