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Zeitung für die Landeshauptstadt

25. November 2017 | 07:05 Uhr

Schulhof Crivitz : So werden 130.000 Euro gespart

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schüler, Eltern, Lehrer und Stadtvertreter packen mit an, damit der Hof der Regionalen Schule ein neues Gesicht bekommt

svz.de von
erstellt am 27.Okt.2017 | 08:00 Uhr

Es gibt ein paar Wochen im Jahr, die stehen bei Schülern und Lehrern hoch im Kurs. Ferien heißt diese Zeit. Jetzt gibt es tatsächlich Schüler und Lehrer, die kommen in den Herbstferien freiwillig zur Schule. Zur Regionalen Schule in Crivitz. Um Deutsch, Mathe oder Chemie geht es ihnen nicht, sondern darum, den Schulhof neu zu gestalten. Denn das wird nach 38 Jahren höchste Zeit.

Die Erde ist nass und schwer. Laura Wildhagen hat kräftig zu schaufeln, um einen Graben zu ziehen, in dem später quadratische Steine eingelassen werden, um die Grün- und Pflanzenflächen vom gepflasterten Schulhof abzugrenzen. Laura ist 16 Jahre, geht in die 10. Klasse der Crivitzer Schule und packt in dieser Woche mit an. So wie fast die Hälfte ihrer Klassenkameraden auch. „Wir wurden gefragt, ob wir mithelfen wollen. Ich habe gerne ja gesagt“, erzählt das Mädchen und buddelt weiter. „Das ist auch besser, als die ganzen Ferien zu Hause rumzusitzen“, fügt ihre Klassenkameradin Fabienne Atrott hinzu. Die beiden leisten ihren ganz eigenen Beitrag dazu, dass der Schulhof bald wieder so aussieht, dass es Spaß macht, auf ihm die Pausen zu verbringen. Keine Huckel mehr. Keine Pfützen mehr. Keine Betonfläche mehr, die nach fast vier Jahrzehnten so unansehnlich war, dass schon lange Pläne für einen Umbau in der Schublade lagen. Einzig die Kosten schreckten die Gemeinde Crivitz ab, die fällige Baumaßnahme in Auftrag zu geben. „Komplettpreis 160 000 Euro“, weiß Britta Brusch-Gamm. Auch die Crivitzer Bürgermeisterin steht an diesem Morgen in wetterfester Kleidung auf dem Schulhof, hat einen Spaten in der Hand und hofft, dass es halbwegs trocken bleibt. So lässt es sich leichter arbeiten, denn Stadtvertreter, Lehrer, Schüler und Eltern sorgen jetzt in Eigenregie für den Umbau und dafür, dass viel Geld gespart werden kann. „Weil wir es selbst machen, zahlen wir nur um die 30 000 Euro für das Baumaterial“, rechnet sie vor. Ersparnis: 130  000 Euro.

Zwei Jungs aus den unteren Klassen schleppen Steine, andere ziehen Gräben für die Rohre, durch die später das Regenwasser in bereits ausgehobene Sickergruben fließen soll. Ein paar erfahrene Helfer sind vor Ort, haben Planung und Arbeitsabläufe im Griff. „Zum Ende der Ferien wollen wir mit den Pflasterarbeiten fertig sein“, sagt Bürgermeisterin Brusch-Gamm. Alles andere soll an den Wochenenden danach gemacht werden. Auch die großen Bänke, dessen Holz schon von Rinde befreit wurde und auf eine Weiterverarbeitung wartet.

Mitmach-Schulhof. Ein Projekt, das viele an einem Strang ziehen lässt. Laura und Fabienne werden nicht mehr so viel Zeit auf dem neugestalteten Schulhof verbringen. Im nächsten Sommer werden sie sich von der Regionalen Schule verabschieden. „Wir haben doch trotzdem noch was davon. Die Schüler, die nach uns kommen auch“, sind sich die beiden einig. Laura will an allen Tagen helfen, hat sie beschlossen.

Es gibt ein paar Wochen im Jahr, die stehen auch hoch im Kurs bei Nachbarn einer Schule, weil es dort dann so schön ruhig ist. Die Ferien. In den Briefkästen der Anwohner lagen diesmal Zettel: „Wir bitten um Ihr Verständnis für die Lärmbelästigung.“ Beschwert hat sich noch keiner. Nur neugierig um die Ecke geschaut.

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