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Schweriner Schauspielerin Jana Kühn gewinnt Chansonpreis : So strahlt Deutschlands beste Stimme

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Jana Kühn ist Schauspielerin mit Leib und Seele. Aber sie singt auch gern. Und zwar so gut, dass sie beim 40. Bundeswettbewerb Gesang, dem größten Gesangswettbewerb Europas, den Walter-Jurmann-Chansonpreis gewonnen hat.

Altstadt | Jana Kühn ist Schauspielerin mit Leib und Seele, sie liebt ihren Beruf, geht ganz darin auf. Aber sie singt auch gern. Und zwar gut. So gut, dass sie beim 40. Bundeswettbewerb Gesang, dem größten Gesangswettbewerb Europas, den Walter-Jurmann-Chansonpreis gewonnen hat.

"Ich habe zwei große Leidenschaften: Schauspielerei und Gesang", erzählt die erfolgreiche Chansonette. "Ich mache beides gern, aber nach der Schule musste ich mich entscheiden. Ich habe Schauspiel gewählt." Das studierte sie an der Theaterakademie Vorpommern und an der Hochschule für Musik und Theater Rostock. Parallel begann die gebürtige Brandenburgerin am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin zu arbeiten. "Meine erste Rolle war das Dornröschen im Weihnachtsmärchen", erinnert sie sich. "Da musste ich gleich viel singen. Das hat mit großen Spaß gemacht." Deshalb habe sie sich sehr gefreut, 2008 ein festes Engagement am Staatstheater zu bekommen. "Hier wird im Schauspiel auch sehr viel mit Musik gearbeitet. Das kommt mir sehr entgegen", sagt die 28-Jährige. So spielte sie besonders gern in den Musical-Aufführungen, etwa in der Rocky-Horror-Show die Columbia, im "kleinen Horrorladen" oder jetzt die Jeanine in "Hair".

"Dass ich ganz gut singe, weiß ich, und als mich ein befreundeter Musiker vor ein paar Jahren auf den Chanson-Wettbewerb hingewiesen hat, habe ich zunächst noch überlegt, mich 2009 aber dann doch getraut und mich beworben. Damals bin ich schon bis in die Endrunde gekommen, aber leer ausgegangen. Das hat meinen Ehrgeiz geweckt", gesteht die hübsche junge Frau. Deshalb habe sie sich in diesem Jahr gezielt und sehr intensiv vorbereitet. Gemeinsam mit dem Pianisten Thomas Möckel wurde ein 45-minütiges Wettbewerbsprogramm erarbeitet und vier Monate lang geprobt. Die Vorrunde Ende November in Hamburg meisterte Jana Kühn locker, holte sich die Qualifikation für das Halbfinale in Berlin und kam schließlich unter die letzten sechs für die Endrunde. Im Konzertsaal der Universität der Künste in Charlottenburg musste die Schwerinerin dann vor einer zehnköpfigen Jury antreten. "Eine halbe Stunde vor dem Auftritt bekommt man die Ansage, welche drei Titel aus dem eingereichten Programm man vortragen muss, 15 Minuten kann man mit der Begleitung üben und dann kommt die Stunde der Wahrheit", erzählt sie. "Ich war furchtbar aufgeregt, denn in dem Moment offenbart man sein Innerstes, zeigt man sein Herz und das soll schließlich auch ankommen. Ich singe, was ich besonders mag und ich möchte, dass andere das auch mögen", erläutert die Künstlerin. Es gelang ihr. Mit Friedrich Holländers tiefsinniger "Spötterdämmerung", dem modernen, extrem komischen Chanson "Alpentraum" und einer eigenen Nachdichtung von Edith Piafs Lied "Der Akkordeonist" konnte Jana Kühn die ganze Bandbreite ihres Können zeigen - und die Jury überzeugen.

"Ich bin sehr stolz darauf, gerade diesen Preis gewonnen zu haben, denn mir gefällt die Lebenseinstellung von Walter Jurmann ganz besonders. Er war ein Weltbürger, ein Komponist, der sich für Toleranz und Völkerverständigung, für generationsübergreifende Zusammenarbeit eingesetzt hat", sagt Kühn. Sein Lied "Let’s make this great, big world a better place to live in" (Lasst uns diese schöne Welt noch lebenswerter machen) drücke dies ganz vorzüglich aus.

Mit dem Gewinn des Chansonwettbewerbs wurde ihr zugleich die Ehre zuteil, im Berliner Friedrichsstadtpalast beim Preisträger-Konzert aufzutreten. "Ein unvergleichliches Erlebnis. Man steht allein vor 1500 Besuchern auf der riesigen Bühne. Ich war so was von aufgeregt, aber auch wahnsinnig glücklich", gesteht die 28-Jährige. Ihre berufliche Zukunft sieht sie dennoch nicht vordergründig im Musikbereich. "Ich bin und bleibe Schauspielerin" betont sie und gibt ihr Wissen und Können, ihre Erfahrungen gern an noch Jüngere weiter. Kühn leitet mit Lucie Teisingerowa den Schweriner Jugendtheaterclub. "So etwas hat mir in meiner Kindheit gefehlt", erklärt sie dieses Engagement.

Als singende Schauspielerin ist Jana Kühn mit ihrem Liederabend "Fräulein Münchhausen" mit dem Pianisten John Carlson im Werk 3 zu erleben. Ihr komplettes Wettbewerbsprogramm wird sie im Frühjahr dem Schweriner Publikum präsentieren.

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erstellt am 13.Dez.2011 | 09:38 Uhr

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