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Zeitung für die Landeshauptstadt

13. Dezember 2017 | 19:43 Uhr

Gegen Leerstand : So möbelt die WGS ihr Angebot auf

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wohnungsgesellschaft will aus den Miesen heraus, der Konkurrenz den Wettbewerb erklären und für Mieter wieder „einziehend“ werden

von
erstellt am 18.Sep.2014 | 16:00 Uhr

Mehr als 13 000 Wohnungen – fast jede fünfte davon steht leer. Das kostet die Wohnungsgesellschaft Schwerin jedes Jahr rund neun Millionen Euro, wie Thomas Köchig sagt. „In manchen Firmen hätte man schon längst die Reißleine gezogen“, so der WGS-Chef weiter. Seit 2. Januar führt er nun die Geschäfte der kommunalen Wohnungsgesellschaft. Damals wollte er sich bis Oktober Zeit geben, um sich durch das Unternehmen zu arbeiten. Nach knapp neun Monaten im Chefsessel scheint das erledigt. Der 48-Jährige verfolgt seine Strategie vom Fünf-Prozent-Leerstand und vergleicht den Immobilienmarkt immer noch gern mit dem Automobilmarkt. „Nicht jedes Auto wird ein Oldtimer und nicht jede Plattensanierung macht Sinn“, sagt er beim jüngsten Immobilienforum. Die WGS befinde sich mitten im Verdrängungswettbewerb.

Während in der Werdervorstadt und in anderen Stadtteilen moderne Wohnungen hochgezogen werden, kämpft die WGS mit un- und teilsanierten Plattenbauten. Als kommunales Unternehmen wird von ihr erwartet, vor allem kostengünstigen Wohnraum anzubieten. Als sie jüngst Plattenbauten in der Komarowstraße an die Zuhause Wohnungsunternehmen GmbH veräußerte, erzeugte das einen Aufschrei. Jeder geplante Abriss wird kritisch begleitet. „Aber wir müssen unsere Produkte an den Markt anpassen und kommen um einen Quartiersumbau nicht herum“, erklärt der WGS-Chef seine Linie. Natürlich sei es falsch, die Sense dort anzusetzen, wo das Leben ist wie am Berliner Platz. Die Monostruktur der DDR-Plattenbauten sei allerdings immer weniger gefragt. „Unsere acht Hochhäuser sind hoch defizitär“, sagt Thomas Köchig. Das heißt, sie verursachen ein Minus genauso wie das Modell fünfgeschossige Platte ohne Fahrstuhl und Balkon. Aufwändige Sanierungen machen nur wenige Mieter mit. „Quartieren wir die Bewohner für einige Monate aus, ziehen nur wenige wieder ein, natürlich auch, weil die Mieten damit häufig ansteigen“, so Thomas Köchig. Seine Lösung: „Maximale Individualisierung bei hinten raus hoher Standardisierung.“ Das heißt im Klartext: Die WGS soll vom Anbieter zum Dienstleister werden – „weg von der Betreuung der Objekte hin zur Betreuung der Kunden. Der Kunde soll also mitbestimmen, um auch langfristig Kunde zu bleiben. Wer beispielsweise ein neues Bad will, soll das bekommen. Die Kosten würden anteilig auf den Mietpreis umgelegt und je nach Machbarkeit an die Zahlungsfähigkeit des Mieters angepasst. Köchig macht klar, dass ein Mieter, der monatlich 400 Euro zahlt und in zehn Jahren 48 000 Euro, auch gut behandelt werden sollte.

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