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Wer steckt eigentlich dahinter? : So kommt Arznei schnell in Apotheke

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wer steckt eigentlich dahinter? Heute – Dorit Voß, die Chefin der Frachttaxis

von
erstellt am 08.Feb.2017 | 23:34 Uhr

Wer nennt den Fahrgästen täglich die nächste Haltestelle in der Straßenbahn? Wer nimmt eigentlich die Notrufe in der Leitstelle entgegen? Und wer zeigt im Kino die Filme? In den nächsten zwei Wochen stellt SVZ Menschen vor, deren Leistungen zu unserem Alltag in der Stadt gehören, die jedoch im Hintergrund bleiben.

Das hat jeder Kranke schon erlebt: Er kommt mit einem Rezept vom Arzt in die Apotheke, aber nicht alle verschriebenen Medikamente sind verfügbar. Doch meist können sie schon wenige Stunden später abgeholt werden. Dass das so schnell geht, dafür sorgen Frachttaxis. Zum Beispiel die von Dorit Voß. Gleich nach der Wende stieg sie in den Taxi-Betrieb ein, 2009 kaufte sie die Schweriner Firma Frachttaxi Voß, ist seither Inhaberin und Geschäftsführerin, hat vier Mitarbeiter und arbeitet mit 38 Subunternehmern zusammen.

„Wir fahren am Tag vier Touren für die Apotheken“, berichtet sie. So kommen die Medikamente rasch vom Apothekengroßhandel zu den Filialen.

Den Großteil ihrer Arbeit füllen indes die Zeitungen aus. So sorgt Dorit Voß zum Beispiel mit ihren Subunternehmern dafür, dass die SVZ mit ihren zehn Lokalausgaben jede Nacht von der Druckerei in Wittenburg in alle Teile des Landes kommt. Auch Anzeigenblätter und Werbematerialien gehören zu den häufigsten Frachtartikeln. Manchmal jedoch hält das Kuriergeschäft auch ungewöhnliche Überraschungen bereit. „Meine teuerste Fracht war wohl ein Tresor voll Gold. Den habe ich für die Landeszentralbank aus Schwerin zur Bundesbank nach Berlin transportiert. Das ist schon Jahre her, aber ich erinnere mich noch gut an das mulmige Gefühl, das ich dabei die ganze Zeit hatte“, erzählt die Geschäftsfrau. Zum Glück sei aber alles glatt gegangen.

Nicht so viel Glück hatte einer ihrer Fahrer, der nachts am Wittenburger Berg 3000 Zeitungen zu einer Zustellbasis liefern sollte. Weil es kalt war, hatte er den Motor laufen gelassen, während er ein Paket nach dem anderen auspackte. Plötzlich rollte der Kleintransporter los. Ein dreister Dieb hatte eine unbeaufsichtigte Sekunde genutzt und den Wagen gestohlen. „Meine größte Sorge war: Wo bekomme ich jetzt 3000 neue Zeitungen her?“, erinnert sich Dorit Voß. Zum Glück fand die Polizei das Auto schon kurze Zeit später auf einem Parkplatz.

Aber gelöst hätte sie das Problem auf jeden Fall. Denn Flexibilität, Entscheidungsfreude, Durchsetzungsvermögen und Verhandlungsgeschick gehören zu ihren Stärken. „Sonst kann man als Frau in dieser Männerdomäne nicht bestehen“, sagt sie lachend.

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