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Hochschulstandort Schwerin : So kann eine Uni die Stadt verändern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Blick über Schwerins Tellerrand: Wie die Universität Erfurt voran gebracht hat

von
erstellt am 15.Okt.2014 | 12:00 Uhr

Instabile Einwohnerzahlen, alternde Bevölkerung, wenig Industrie – könnte eine Universität Schwerin den Kick geben, um nicht nur als historische Residenzstadt, sondern auch als junge, pulsierende Landeshauptstadt zu punkten? SVZ wirft einen Blick über Schwerin hinaus nach Erfurt. Die ehemalige Bezirksstadt ist jetzt Landeshauptstadt von Thüringen und mit rund 200 000 Einwohnern etwa doppelt so groß wie Schwerin. Sie kämpfte aber nach der Wende mit ähnlichen Problemen. Erfurt ist zwar eine der ältesten Universitätsstädte Deutschlands, hatte in der Neuzeit allerdings keine mehr, bis 1994 eine Neugründung der „Alten Universität“ gelang.

Erfurt hat etwa 10 500 Studenten, die an der Uni, an der Fachhochschule oder an der „IUBH Duales Studium“ lernen. „Erfurt hat sich in der Summe nicht verjüngt, aber die Zahl der Einwohner wächst“, so eine Stadtsprecherin. „Gleichzeitig ist die Zahl der 18- bis 45-Jährigen durchgängig von fast 86 000 im Jahr 1994 auf 72 500 im Jahr 2013 gesunken“, berichtet der Hochschulbeauftragte der Stadt.

Ähnlich wie Schwerin ist Erfurt „durch seine Trennung in Altstadt, Plattenbau und dörflich geprägte Siedlungsstrukturen stark auf die City orientiert“, so der Hochschulbeauftragte. Zwar betrage der Anteil der Studierenden an der Bevölkerung nur fünf Prozent, aber diese würden das Stadtbild beleben und die vielen Kneipen und Clubs füllen. „Die Studierenden sind in der Stadt sichtbar“, ergänzt die Stadtsprecherin.

Die Uni hat laut Stadt mit mehreren Neubauten in mehrstelliger Millionenhöhe für Aufträge in der regionalen Wirtschaft gesorgt. Allerdings sind konkrete Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft nicht an Zahlen festzumachen. Die Stadt profitiert durch die Studenten als Konsumenten und vor allem davon, dass viele ihren Hauptwohnsitz nach Erfurt verlegt haben, somit also die Landeszuweisungen erhöht werden

Fazit: Uni und Fachhochschule beleben eine Stadt, stärken aber nicht zwangsläufig die Wirtschaft. Sie stabilisieren außerdem die Bevölkerungsentwicklung und damit auch die Kultur. Wie derzeit in Schwerin hatten sich in Erfurt die Bürger für die Gründung der Universität stark gemacht. In Vorbereitung auf die 1250 Jahr-Feier in Erfurt haben sowohl die IG Alte Universität als auch die Stadt die Wiedergründung voran getrieben.

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