Stabhochspringerin Martina Strutz : "So gut war ich noch nie"

Martina Strutz, hier bei Olympia in London, darf erneut jubeln. Mit 4,60 m gewann sie in Recklinghausen - besser ist die Vizeweltmeisterin von Daegu noch nie in eine Saison gestartet.Foto: imago
Martina Strutz, hier bei Olympia in London, darf erneut jubeln. Mit 4,60 m gewann sie in Recklinghausen - besser ist die Vizeweltmeisterin von Daegu noch nie in eine Saison gestartet.Foto: imago

Die Schwerinerin Martina Strutz gewann mit übersprungenen 4,60 Metern am Freitag zum fünften Mal das Marktplatzspringen von Recklinghausen und stellte einen neuen Meetingrekord auf.

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26. Mai 2013, 07:36 Uhr

Schwerin | Martina Strutz hat einmal mehr die Stabhochsprungwelt verblüfft - und sich selbst wohl am meisten. Mit übersprungenen 4,60 m gewann die Schwerinerin in Diensten des SC Neubrandenburg am späten Freitagabend vor den Mainzerinnen Carolin Hingst (4,39) und Katharina Bauer (4,29) zum bereits fünften Mal das Marktplatzspringen von Recklinghausen und stellte bei lediglich zehn Grad einen neuen Meetingrekord auf. "So gut bin ich noch nie in eine Saison gestartet", freute sich die 31-Jährige hinterher. Selbst 2011, in ihrem bislang stärksten Jahr, als sie mit dem damaligen deutschen Rekord von 4,80 (im Vorjahr von Silke Spiegelburg auf 4,82 gesteigert) in Daegu Vizeweltmeisterin wurde, standen für sie zu Saisonbeginn "nur" 4,58 (ebenfalls erzielt in Recklinghausen) zu Buche.

Der aktuelle Saisoneinstand ist umso überraschender, als dass "Strutzi" ihn aus einem beträchtlichen Trainingsdefizit heraus hingelegt hat. Zum einen laboriert sie seit dem Winter an Achillessehnenproblemen, musste im Januar deswegen die Hallensaison abbrechen und ist auch jetzt noch nicht völlig beschwerdefrei. Zum anderen hat die angehende Polizeiobermeisterin gerade erst vor zwei Wochen ein dreimonatiges Praktikum im Schichtdienst einer Neubrandenburger Polizeiwache abgeschlossen, das ihr seit Februar zumeist lediglich Zeit für ein nur einmaliges Training pro Tag ließ.

Und nun 4,60. "Die WM-Norm (4,60 - d. A.) bin ich im Grunde genommen damit schon gesprungen, nur wird diese Leistung wegen des Anlaufstegs nicht offiziell anerkannt. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass ich die 4,60 bei den nächsten Wettkämpfen schaffen werde." Der nächste Start folgt planmäßig schon am Donnerstag beim Meeting im polnischen Sopot.

Nur drei Springerinnen auf der Welt sprangen in diesem Jahr übrigens schon höher als die Olympia-Fünfte von London und EM-Zweite von 2012: Yarisley Silva (Cub/4,85), Olympiasiegerin Jennifer Suhr (USA/4,80) und Weltrekordlerin Jelena Isinbajewa (Rus/4,70). Aus dem deutschen Lager steht Dauerkonkurrentin Silke Spiegelburg seit dem Diamond-League-Meeting vor einer Woche in Shanghai (China) bei 4,55. Sich am Samstag in New York im Duell mit Suhr weiter zu verbessern, blieb der Leverkusenerin versagt, nachdem sie beim Einspringen umknickte und aufgrund einer Knöchelverletzung passen musste. Suhr gewann den Wettbewerb mit 4,63.

In der Männerkonkurrenz von Recklinghausen schaffte Altmeister Björn Otto (Dormagen) sogar seinen sechsten Marktplatz-Sieg. Mit 5,74 ließ der mittlerweile 35 Jahre alte Olympiazweite von London der Konkurrenz keine Chance und verwies den Holländer Cyrill Verberne (5,34) sowie Marvin Cas pari (Leverkusen/5,24) auf die Plätze.

Doch der allseits beliebte deutsche Rekordhalter (6,01), der zwischen seinen Auftritten immer mal ein paar Flugstunden für seine Pilotenausbildung einschiebt, ist nicht der einzige deutsche Stabartist, der am Wochenende international auf sich aufmerksam machte. Das Meeting im englischen Manchester gewann am Samstag bei ebenfalls schwierigen Bedingungen Malte Mohr (Wattenscheid) mit 5,80 vor dem Olympiadritten Raphael Holzdeppe (Zweibrücken), der 5,70 meisterte.

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