Neue Heimat gefunden : So geht Integration

Die gebürtige Ukrainerin Klara Serebrynska hat jetzt die deutsche Staatsbürgerschaft und einen guten Job in Schwerin. Sie arbeitet als Kürschnerin und Lederschneiderin.
Die gebürtige Ukrainerin Klara Serebrynska hat jetzt die deutsche Staatsbürgerschaft und einen guten Job in Schwerin. Sie arbeitet als Kürschnerin und Lederschneiderin.

Klara Serebrynska kam aus der Ukraine nach Schwerin, wurde Kürschnerin und pflegt jetzt Kundenkontakte

von
30. September 2015, 08:00 Uhr

Wenn Kunden in Götz Weidners Fachgeschäft für Pelze und Leder am Großen Moor kommen, werden sie oft als erstes von Klara Serebrynska begrüßt. Die gebürtige Ukrainerin nimmt die Gäste freundlich in fließendem Deutsch in Empfang und beantwortet fachkundig alle Fragen. Ihr ist anzumerken, dass ihr die Arbeit Spaß macht und dass sie sich hier zu Hause fühlt.

„Anfangs war es aber ganz schön schwer, vor allem mit der Sprache. Ich hatte Hemmungen, mit den Kunden zu sprechen“, erzählt die junge Frau. Ein Sprachkurs half, vor allem aber das viele Reden mit ihrem Chef, sagt sie rückblickend. „Der Schlüssel zum Heimischwerden ist die Öffentlichkeit, das Sprechen ohne Hemmungen. Aber wenn du weißt, was du willst, schaffst du das auch“, sagt sie.

Und Klara Serebrynska weiß, was sie will. Der Neustart in Schwerin war für die gelernte Industrienäherin allerdings auch beruflich nicht einfach. Mit Hilfe von Manfred Porepp vom Unternehmerverband und dem Projekt Regiovision fand sie bei Götz Weidner zunächst einen Praktikumsplatz und dann einen verständnisvollen Arbeitgeber. „Der Aufwand lohnt sich, gerade für Kleinunternehmer“, sagt Weidner. Er habe jetzt nicht nur eine sehr gute Kürschnerin und Lederschneiderin im Laden, sondern möglicherweise sogar eine Geschäftsnachfolgerin. Klara habe ihm von Anfang an durch ihre Leistungsbereitschaft imponiert. Das habe die Sprachbarriere völlig in den Hintergrund gedrängt.

Mittlerweile hat sich seine Mitarbeiterin in externer Weiterbildung berufsbegleitend qualifiziert und die Kürschner-Facharbeiterprüfung in Fürth erfolgreich bestanden. „Jetzt habe ich viel mehr Fachwissen, sehe Zusammenhänge und Hintergründe in meinem Beruf viel deutlicher und kann so auch den Kunden vieles besser erklären“, sagt Klara Serebrynska.

Der Unternehmerverband begleitet auch nach Jahren noch immer beratend das Duo Arbeitgeber Weidner und Arbeitnehmerin Serebrynska. „Wir können sowohl Integration als auch Fachkräftesicherung nur gemeinsam schaffen“, betont Porepp. „Auch Kleinstbetriebe sind zunehmend auf ausländische Azubis angewiesen. Wie gut das funktionieren kann, zeigt dieses Beispiel“, sagt der Mitarbeiter des Unternehmerverbandes Mecklenburg-Schwerin.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen