Stellplätze fehlen : „So extrem war es noch nie“

Katie Melua wurde durch Hits wie „Nine Million Bicycles“ berühmt und spielte schon auf der Schweriner Freilichtbühne.
Katie Melua wurde durch Hits wie „Nine Million Bicycles“ berühmt und spielte schon auf der Schweriner Freilichtbühne.

SVZ-Leser berichten über ihre Probleme bei der Parkplatzsuche / Amt für Verkehrsmanagement will Zone O noch einmal überprüfen

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06. März 2015, 08:00 Uhr

Unsere Berichterstattung zur Parkplatzsituation in Schwerin stößt bei den Lesern auf große Resonanz. „Es ist toll, dass Sie sich dieser Thematik annehmen“, schreibt etwa Monika Prang. „Ich wohne seit zwölf Jahren in der Geschwister-Scholl-Straße. Es war noch nie so extrem wie jetzt mit der Parkplatzsuche für Anwohner. Komme ich tagsüber mit meinem Auto und möchte in der Nähe meiner Wohnung parken, ist es nicht möglich. Also fahre ich Runde über Runde und parke dann irgendwo in der Heinrich-Mann-Straße.“ Abends das Gleiche: „Bis 20 Uhr hat man kaum eine Chance in der Nähe der Wohnung einen Parkplatz zu belegen“, berichtet Prang. Probleme gäbe es auch am Sonnabend, wenn Besucher ihre Autos nicht in den Parkhäusern der Stadt abstellten, sondern in der Goethe- oder der Schollstraße.

„Was nützen uns Anwohnerparkzonen, die ohne Parkscheinautomaten in Verbindung mit Zwei-StundenKurzparkzonen eingeführt wurden, wenn jedermann diese Regelung mit einer nach Bedarf nachjustierten Kurzparkscheibe ohne echtes Kontrollrisiko umgehen kann?“, fragt Robert Auer, „leidgeprüfter Anwohner“ der Lutherstraße. „Wochentags konkurrieren Anwohner tagsüber mit Berufseinpendlern und Kunden der regionalen Kanzleien, Praxen und Agenturen um die in der Einbahnstraße ohnehin nur einseitig vorhanden Parkplätze. Am Spätnachmittag wird der kostenfreie Parkplatz zusätzlich von Innenstadt-Besuchern genutzt. Über Nacht werden zunehmend gewerbliche Firmenfahrzeuge abgestellt und an den Wochenenden nutzen Besucher von Innenstadt, Schloss und Freilichtbühne gerne die nur für den Anwohner gebührenpflichtigen Parkplätze“, schildert Auer. „Man überlegt sich als Anwohner hier nicht nur sehr genau, ob man seinen einmal wohnortnahe geparkten Wagen überhaupt bewegt, erledigt selbst Wocheneinkauf oder Ausflüge trotz eigenen Autos lieber zu Fuß und ärgert sich, dass alle außer der am Anwohnerparken teilnehmenden Bewohner kostenfrei parken.“ Besonders frustrierend sei es, „dass die städtischen Kontrolleure den schon gut organisiert auftretenden Parkscheiben-Umstellern nie auf die Schliche kommen“, klagt unser Leser. „Eine Optimierung der Parkraumnutzung wird sich nur mit einer kostenpflichtigen Parkraumbewirtschaftung für alle realisieren lassen.“

Der personell aufgestockte Kommunale Ordnungsdienst sollte sich weniger um „harmlose Falschparker“, sondern mehr um das Erscheinungsbild der Stadt sorgen, meint unser Leser Wolfgang Kellermann. Aber es sei nun mal „sehr viel bequemer und für die Stadtkasse effektiver“, Falschparkern ein Ticket auszustellen, als sich um Graffiti, illegales Plakatieren oder wilder Müllkippen zu kümmern.

Klaus Evert lenkt die Aufmerksamkeit dagegen wieder auf das Thema Parken: „Am Tage habe ich mit einem Parkplatz kein Problem. Selbst Fahrzeuge mit fremden Kennzeichen lassen in der Robert-Koch-Straße noch genug freie Plätze. So gegen 18 Uhr spätestens ist es dann aber vorbei mit dem Parken. Eine Vielzahl von Transportern und natürlich auch der normale Feierabendparker belegen in kürzester Zeit alle Plätze. Wenn in einem Haus zehn Familien wohnen und nur vier bis sechs Parkplätze vorhanden sind, geht die Rechnung nicht auf.“ Zum Glück gäbe es noch die Möglichkeit, bei der alten Wasserwirtschaft zu parken. „Ich habe dort einmal 60 Fahrzeuge gezählt“, so Evert.

Dr. Bernd-Rolf Smerdka, Leiter des Amts für Verkehrsmanagement, hat unterdessen auf die Kritik von Anwohnern aus der Parkzone O in der Werdervorstadt reagiert, die sich über zu viele Fremdparker beschwert hatten (wir berichteten). „Jede Parkzone braucht eine gewisse Anlaufphase“, so Smerdka. Die Verkehrsbehörde werde aber die Situation in der Parkzone O im Auge behalten und gegebenenfalls auch noch einmal über einen anderen Zuschnitt der Zone und eine Veränderung der Parkmöglichkeiten für Auswärtige nachdenken.



 
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