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21. November 2017 | 18:47 Uhr

Rampe : Skuddenschafe auf der Winterweide

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Ramper hält die seltene Tierrasse auf den Wiesen am Ostufer des Schweriner Sees: Naturfreunde übernehmen Patenschaften

svz.de von
erstellt am 08.Dez.2015 | 12:00 Uhr

Anuschka, so heißt eins der jüngsten Schafe einer Herde, die am Ostufer des Schweriner Sees zu Hause sind: auf dem Skuddenhof in Rampe.  Wolfgang Kudla, der  hier 60  Skuddenschafe  hält, hatte es dem Landesverband MV des Bundes  für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zum 25-jährigen  Bestehen geschenkt. Anuschka wurde im Juli geboren und lebt in der Herde.  Jetzt erfolgte die  „Schafstaufe“. Mitglieder und Freunde des BUND waren nach Rampe gekommen und stießen auf das Schaf an. Zuvor aber  trieben sie die Herde   auf die Winterweide. Sie liegt ein Stückchen näher am Dorfrand,  auf der Wiese oberhalb  des Radweges am  Ufer des Außensees.

Die Skuddenschafe stehen auf der Roten Liste (Gefährdungsstufe III) und sind vom Aussterben bedroht. Deutschlandweit soll es nur noch an die 1000 Schafe  dieser Rasse geben,  erzählt Wolfgang Kudla. Er schätzt diese Rasse. Skudden sind kleine, bodenständige Schafe, die  früher  im Baltikum und in Ostpreußen  zu Hause waren, erzählt er. Daher sind  sie auch als Masurenschaf bekannt. Als  robuste und anspruchslose Tiere seien sie hervorragend  für die extensive  Landschaftspflege in Naturschutzgebieten geeignet, zählt er die Vorteile auf. Auch jetzt im Winter  brauchen sie keinen Stall. Sie leben ganzjährig  im Freien und suchen sich ihr Futter  selbst.  In der  kalten Jahreszeit  allerdings, so  der Ramper, füttert  er Heu zu, das  er  im Sommer  auf den Seewiesen gemacht hat.

Weil  der Schafbestand als gefährdet gilt, setzt sich Kudla für den Erhalt  der Rasse ein. Skuddenschafe können zweimal im Jahr lammen, die Trächtigkeit dauert  fünf Monate. In der Regel bekommen sie ein bis zwei Lämmer. Der Ramper  Skuddenhof hat für sein Anliegen  Partner gefunden. Naturfreunde, Mitglieder des BUND können Patenschaften übernehmen und so an diesem  nachhaltigen Projekt teilhaben. Ihnen gehören einzelne Tiere, sie bleiben aber weiterhin in der Herde. Der Halter übernimmt die ganzjährige Pflege, Fütterung und   Schur  der Schafe. Der Eigentümer  zahlt eine sehr überschaubare, jährliche Aufwandsentschädigung. 

Der BUND unterstützt das Projekt im besonderen Maße. Mit der Haltung des Skuddenschafes beteiligt sich der BUND am Projekt „Extensive Landschaftspflege durch Schafhaltung am Ostufer des Schweriner Sees“, informiert  Volker  Thomas. Die extensive Landschaftspflege verbessere nachhaltig die Lebensräume der Tier- und Pflanzenwelt und liefere somit in diesem Uferbereich einen entscheidenden Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt am Schweriner See, fährt der Naturfreund fort. Die Landschaftspflegemaßnahme auf den Seewiesen ist auch im Managementplan für die Schweriner Seen  und angrenzende Bereiche verankert.

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