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Zeitung für die Landeshauptstadt

20. September 2017 | 15:01 Uhr

Spielen in Schwerin : Skat: Das Schafkopf des Nordens?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Thoralf Suhr spielt für sein Leben gerne Skat – und bringt auch einem fränkischen Neuling das Kartenspiel näher

svz.de von
erstellt am 24.Feb.2017 | 08:00 Uhr

Egal ob Grand, Farbspiel oder direkt von der Hand – beim Skat gibt es viele Möglichkeiten, Punkte zu machen. „Das wichtigste ist, dass man Spaß am Spielen hat“, sagt Thoralf Suhr. Er sitzt in der Gaststätte der Kegelbahn des SV Einheit Schwerin. Suhr ist Vereinsvorsitzender und spielt seit 41 Jahren Skat. „Schnell lässt sich Skat nicht lernen, dafür braucht man Geduld“, sagt er. Das könne aber auch ein Neuling aus dem Süden Deutschlands lernen, der bisher nur Schafkopf gespielt hat. Einer, wie ich es bin.

Suhr erklärt mir die grundlegenden Sachen: 32 Karten, vier Farben. Die wichtigsten Karten sind die Buben, in der Reihenfolge Kreuz, Pik, Herz und Karo. Soweit, so gut. „Das ist ja fast wie beim Schafkopf. Nur dort sind die Farben Eichel, Blatt, Herz und Schell’n“, sage ich. Auch bei den Werten gibt es ziemlich viele Parallelen: Ass zählt elf, König vier, Dame – in Franken heißt sie „Ober“ – drei und Bube – „Unter“ – zwei. Bei beiden Spielen gibt es 120 Punkte, 61 braucht man für den Sieg. „Ich glaube, dass Schafkopf einer der Vorläufer des Skat ist. So lassen sich die vielen Ähnlichkeiten erklären“, sagt Suhr.

Doch nicht alles ist gleich: Während beim Skat drei Spieler „karteln“ – so der fränkische Begriff für das Kartenspielen – sitzen beim Schafkopf vier Spieler am Tisch. „Bei unseren Runden gibt es das auch ab und zu. Aber dann ist der vierte Spieler nur Geber und muss ansonsten zugucken.“ Ein weiterer Unterschied ist das Reizen, eines der wichtigsten Elemente beim Skat. „Beim Schafkopf gibt es das nicht. Ein Einzelspiel geht über ein Rufspiel, bei dem man ein bestimmtes Ass ruft und dann zwei gegen zwei spielt“, verrate ich.

Und dann finden Skat- und Schafkopffreunde wieder Gemeinsamkeiten: Gelernt haben Suhr und ich die Kartenspiele jeweils von unseren Vätern. „Als ich acht war, brauchten mein Vater und mein Großvater einen dritten Mann“, erzählt der 49-Jährige. „Doch heute spielt kaum noch jemand Skat.“ Das gleiche Problem gibt es auch im Süden – die Schafkopf-Fans sterben aus, ein Stück Kultur geht verloren. Dabei sind Skat und Schafkopf viel mehr als Kartenspiele. Sie verbinden Gemütlichkeit, Gemeinschaft und nette Gespräche.

Einmal pro Monat spielen Suhr und seine Skatbrüder in der Kegelbahn. Dort bringen sie Neulingen das Kartenspiel gerne näher – auch wenn sie aus Franken kommen und Schafsköpfe sind.

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