Deutsch-Russisches Schülertreffen : Simon übt internationale Politik

Aufmerksam folgen Simon Muschick und zwei Jugendparlamentarier aus Russland der Diskussion in ihrer Ausschussgruppe.
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Aufmerksam folgen Simon Muschick und zwei Jugendparlamentarier aus Russland der Diskussion in ihrer Ausschussgruppe.

Der 18-jährige Schweriner Simon Muschick diskutierte in Kassel beim Deutsch-Russischen Jugendparlament mit

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18. Dezember 2013, 08:00 Uhr

Simon Muschick hat ein Faible für Russland: Die Sprache lernt er seit der ersten Klasse, er war beim Schüleraustausch in St. Petersburg und hat im Frühjahr ein einmonatiges Praktikum in einem kleinen russischen Ort gemacht und dort unterrichtet. Jetzt vertrat der Zwölftklässler Schwerin beim Deutsch-Russischen Jugendparlament in Kassel. Unter dem Motto „Jugend in Deutschland und Russland: Wir bauen an der gemeinsamen europäischen Zukunft“ hatten 52 Teilnehmer im Alter von 17 bis 25 Jahren eine Woche lang die Möglichkeit, sich in den allgemeinen Deutsch-Russischen Dialog einzubringen. Zeitgleich fand in Kassel der Petersburger Dialog statt. Dessen Vertretern durften die Jugendlichen schließlich ihre Ergebnisse präsentieren. Zu den zentralen Vorschlägen gehörten die Sicherstellung des Austauschs auf allen Bildungsebenen, die Stärkung der Zusammenarbeit der Zivilgesellschaften beider Länder, die Erziehung zur Toleranz als Bestandteil in den Schulsystemen, Unterstützung der Integration von Migranten durch Kulturveranstaltungen, die Schaffung von Jugendbotschaften und der Ausbau der Freiwilligendienste.

In Plenarsitzungen, bei Anhörungen und in vier Ausschüssen debattierten die Jugendparlamentarier bis tief in die Nacht. Ausgerichtet wurde das 9. Deutsch-Russische Jugendparlament von der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch (Hamburg) und der Stiftung Internationaler Jugendaustausch (Moskau). Seit ihrer Gründung 2006 hat die Stiftung mehr als 100 000 Jugendliche, Lehr- und Fachkräfte aus Deutschland und Russland in Berührung mit dem jeweils anderen Land, seinen Menschen, seiner Sprache und seiner Kultur gebracht.

„Meine Russischlehrerin, Frau Korneeva, hat mich auf die Ausschreibung des Jugendparlaments aufmerksam gemacht“, erzählt Simon Muschik. Der 18-Jährige besucht in Schwerin die Freie Waldorfschule. „Da ich mich sehr für Russland und die Politik zu unserem östlichen Nachbarn in Europa interessiere, habe ich mich beworben. Die Auswahl der Teilnehmer erfolgte, wie ich finde, sehr ausgewogen, so dass nahezu alle politischen Strömungen vertreten waren, ebenso jedes Bundesland, bzw. Gebiete in Russland.“ Simon Muschick gehörte zum Ausschuss „Jugend als Akteur bei der Überwindung negativer Tendenzen im deutsch-russischen Verhältnis“. „Wir haben Entwürfe fürs Ergebnispapier erstellt, auf Deutsch und Russisch, die dann im Gesamtplenum vorgestellt und diskutiert wurden. Mit Änderungsvorschlägen kamen sie zurück in die Ausschüsse und nach nochmaliger Überarbeitung in einer sechsstündigen Verhandlung bis halb drei Uhr nachts und mehreren Änderungsanträgen und teils hitzigen Diskussionen wurden sie verabschiedet“, erinnert sich der 18-Jährige.

Mitgenommen von der Woche hat der Schweriner „sehr viele neue interessante und nette Begegnungen mit Jugendlichen aus Russland und Deutschland. Außerdem habe ich Einblicke gewonnen in parlamentarisches Arbeiten und demokratische Entscheidungsfindung.“ Auch Russland, sein Zustand und seine Geschichte erscheinen ihm nun in anderem Licht. „In der Beziehung der beiden Länder ist es umso wichtiger, sich mit gegenseitigem Respekt vor der jeweiligen Geschichte und der Kultur zu begegnen, aber auch im konstruktiven Dialog Kritik äußern zu können.“

Simon Muschick findet es wichtig und bereichernd, mal aus Schwerin herauszukommen, andere Städte und Jugendliche kennen zu lernen. „Möglichkeiten dazu bieten sich viele. Und wenn Schüler aus Schwerin mit neuen Erfahrung zurückkommen, sind mehr Chancen gegeben, auch hier in der Stadt einen lebhafteren Austausch und eine neue Qualität der Zusammenarbeit unter Jugendlichen zu erreichen“, sagt er.

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