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Hut ab: : Siegfried Kanzler gibt Räuber Röpke ein Gesicht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Schweriner macht für den Kulturverein Sagenland MV den Unhold aus den Stahlbergen sichtbar

von
erstellt am 27.Feb.2015 | 12:00 Uhr

Den Räuber Röpke hat es wahrscheinlich nicht gegeben. Aber garantiert trieben Wegelagerer und Plünderer in den Stahlbergen zwischen Pinnow, Sukow und Crivitz ihr Unwesen. Davon zeugen überlieferte Geschichten. Doch jetzt wird die Sagengestalt sicht- und erkennbar. Siegfried Kanzler aus Schwerin hat Räuber Röpke ein Gesicht gegeben.

Der 84-jährige Rentner und Gebrauchsgrafiker engagiert sich im Kulturverein Sagenland MV. Schon das Vereinssymbol – ein Petermännchen – stammt aus seiner Feder. Das ziert jeden der etwa 60 Sagensteine, die in den zurückliegenden Jahren rund um den Schweriner See aufgestellt wurden. Jetzt kommt Räuber Röpke hinzu, nicht als Konkurrent des Petermännchens, sondern als Gesicht für ein weiteres Projekt des Vereins: Auf einem 22 Kilometer langen Räuber-Röpke-Kurs soll zwischen Plate und Crivitz an Sagen dieser Region erinnert werden. Die Gemeinden gehen gerade an die Suche nach Fördertöpfen, um das Projekt umsetzen zu können. Kleine Rastplätze für Radfahrer und Wanderer sollen entstehen, dort werden an Sagensteinen die Geschichten nachzulesen sein. Als Symbol für diesen Pfad steht der Räuber. Er wird auf Hinweistafeln an der Strecke zu finden sind.

Von der ersten Idee bis zur Umsetzung, diese Sagengestalt sichtbar zu machen, hat es mehr als ein Jahr gedauert. „Ich habe unzählige Strichzeichnungen gemacht, auf Zetteln, auf Zeitungsrändern, auf jedem Stück Papier“, blickt Siegfried Kanzler zurück. Denn der Fachmann hatte zwar schon früh Vorstellungen von seinem Räuber. Doch es war eine zündende Idee nötig, um alles unter einen Hut zu bringen. Röpke soll nach Vorstellungen von Kanzler verwegen und wild sein, mit einem kantigen Gesicht und als Großmaul gezeigt werden. Die großen Ohren, eines davon mit Ring, eine Warze auf der Nase, der struppige Bart, der den großen Mund nicht verdecken darf, Feder und Bänder am großen Filzhut – Siegfried Kanzler hat an vielen Details gefeilt, bis sein Räuber Röpke sichtbar wurde. „Fertig ist er nicht, wird so eine Figur nie“, erzählt der 84-Jährige.

Gleiches gilt für sein Petermännchen, an dem der Schweriner immer noch kleine Überarbeitungen vornimmt. Zusammen mit Lutz Kreisel, ehemaliger Bühnenbildner am Schweriner Theater, hat Siegfried Kanzler das Petermännchen-Gesicht auf die Sagensteine gebracht und da Anregungen für kleine Ergänzungen mitgenommen.

Dass der 84-Jährige immer noch so viel Energie hat, diese ehrenamtliche Tätigkeit zu leisten, verdankt er seiner zweiten großen Leidenschaft: Siegfried Kanzler ist Fechter und steht einmal in der Woche nicht nur auf der Planché. In der Sporthalle an der Friedensschule leitet der Schweriner als Trainer zudem die Seniorenfechtgruppe.

 

 

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