Cosplayer in Schwerin : Sie wollen doch nur spielen

Auch Pierrot-Figuren sind sehr beliebt in der Cosplay-Szene.
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Auch Pierrot-Figuren sind sehr beliebt in der Cosplay-Szene.

Morgen treffen sich 50 Anhänger des japanischen Verkleidungstrends in der Landeshauptstadt.

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10. April 2015, 20:50 Uhr

Auf den ersten Blick wirkt es ein bisschen wie Karneval. Doch hinter den bunten Verkleidungen von Carolin Marten und Matthias Mitbrod steckt mehr. Viel mehr als eben nur ein bisschen Spaß in bunten Stoffen. „Das ist Cosplay, ein japanischer Verkleidungstrend. Wir versuchen bestimmte Figuren, die uns besonders gefallen, so gut es geht nachzumachen. Da geht es eben nicht nur um bunt, sondern so detailgetreu wie möglich“, erklärt die 24-jährige Schwerinerin. Auf den Geschmack gekommen ist sie schon vor vielen Jahren. „Da ging ich noch zur Schule, war achte oder neunte Klasse. Mangas hatten mich anfangs inspiriert. Dann habe ich das Internet rauf und runter abgesucht“, erzählt sie. Doch in Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern auch allgemein – ist dieses Hobby eher spärlich vertreten. „Aber es wächst langsam und wir tun auch was dafür“, sagt Carolin Marten. In den vergangenen Jahren konnte sie nicht nur ihren Freund Matthias dafür begeistern, sondern auch Freunde, Arbeitskollegen und auch völlig fremde Personen. Ihre Gruppe heißt „Miz mi no Schwerin“, das heißt so viel wie „Seen von/zu Schwerin“. „Wir haben Cosplay-Treffen ins Leben gerufen. Jährlich werden es mehr Anhänger“, sagt sie freudestrahlend. In Schwerin wird es am Wochenende bereits zum sechsten Mal so ein Treffen geben. 50 Cosplayer haben sich für heute angemeldet. „Wir treffen uns gegen 11 Uhr am Brunnen vor dem Bahnhof. Dort warten wir etwa bis 12 Uhr, bis alle eingetrudelt sind. Dann geht es in den Klöresgang und später auf den Marienplatz“, erklärt die Organisatorin. Carolin Marten hat mittlerweile ein festes fünfköpfiges Team um sich, mit dem sie Treffen wie das morgige auf die Beine stellt. „Wir haben zum Glück auch einen super Unterstützer: das ,Atom’ im Klöresgang. Der Manga-, Comic-, Anime-Laden unterstützt uns bei allen Fragen und stellt bei den Treffen die Getränke und die Verpflegung“, sagt Carolin Marten.

Die größte Arbeit für das heutige Treffen liegt nun hinter ihr, doch die Aufregung steigt von Stunde zu Stunde. „Es ist einfach so viel Arbeit im Vorfeld. Ich habe allein für das Kon-Kostüm, der eine Art Fuchsgeist in der Serie Tokyo Ravens ist, zweieinhalb Monate gebraucht. Immer und immer wieder habe ich genäht, abgesteckt und gebastelt. Es soll ja dem Original im Film so ähnlich wie möglich sein“, betont die Cosplayerin.

Es gab auch Zeiten, in denen wollte sie ihr Hobby an den sprichwörtlichen Nagel hängen. „Ich hatte die ersten Kostüme gekauft, doch die Qualität war zu schlecht. Ich konnte aber nicht selbst nähen. Also hatte ich aufgegeben“, erinnert sie sich. Doch dann sah sie ein Kostüm, dass die junge Schwerinerin so verzauberte, dass sie sich zum einem Nähkurs anmeldete, eine Nähmaschine kaufte und nun fast tägliche mehrere Stunden mit Nähen verbringt. „Das war so eine gute Entscheidung“, sagt sie mit leuchtenden Augen. Auch Freund Matthias ist erfreut, denn für ihn spannt sie auch des Öfteren den Faden und zaubert Kostüme.

Wer ihre und die Kreationen der anderen live erleben möchte, kann das heute ab 11 Uhr vor dem Bahnhof oder ab 13 Uhr im Klöresgang. „Wer mitmachen möchte, kann sich gern zu uns gesellen. Ob nun mit oder ohne Kostüm“, betont das Cosplay-Pärchen.

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