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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. Oktober 2017 | 17:45 Uhr

Frauen in Männerberufen : Sie sorgt für Sicherheit

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Linda Boldt macht eine Ausbildung bei Securitas und kann sich nichts Besseres vorstellen

von
erstellt am 19.Okt.2015 | 16:00 Uhr

Sie ist klein und zierlich. Ihre langen braunen Haare hat sie zu einem Zopf gebunden. Der Pony fällt ihr locker ins Gesicht. Sie trägt ein Polo-Shirt und eine Arbeitshose. Beides dunkelblau und mit dem rot-weißen Logo ihres Arbeitgebers versehen. Linda Boldt ist Auszubildende zur „Fachkraft für Schutz und Sicherheit“ bei Securitas. Sie ist im dritten Lehrjahr. „Es ist mein Traumjob“, schwärmt die junge Frau. Durch die rundliche Brille schaut die 26-jährige aufgeschlossen. Sie lächelt.

„Ich erinnere mich noch genau an meinen ersten richtigen Einsatz“, erzählt Linda. Es war ein Fußballspiel. Dortmund gegen München. „Ich stand mit einem Kollegen während des Spiels im Block. Es war so unglaublich laut“, erinnert sie sich. Ein bisschen mulmig wäre ihr gewesen, aber Spaß hätte es dennoch gemacht.

In ihrem Lehrjahr seien sechs Frauen und 15 Männer. Benachteiligungen, weil sie eine Frau und kein Mann ist, kenne sie keine. „Klar wird man mal von einem Mann belächelt, wenn so eine zierliche Person wie ich dort steht, aber im Großen und Ganzen ist mir noch nichts negatives passiert“, sagt Linda. Auf das, was sie macht, sei sie stolz. „Viel Angst habe ich nicht. Aber ehrlich gesagt, mache ich mir darüber auch keine großen Gedanken.“

Frauen würden im Sicherheitsdienst sehr gebraucht. „Besonders für Personenkontrollen – am Flughafen und bei anderen Veranstaltungen“, erklärt Linda. Männer wären oft vorsichtiger Frauen gegenüber. „Sie drücken sich auch verbal nicht ganz so hart aus, wenn sie auf eine Sicherheitsfrau treffen, als wenn ihnen ein Mann gegenübersteht“, berichtet die junge Frau, die in ihrer Freizeit gerne Krimis liest und den Tatort schaut.

Von Anfang an geplant war diese Berufswahl aber nicht. Einige Umwege musste Linda in Kauf nehmen. Nach ihrem Abitur habe sie Metrologie in Berlin studiert. Doch das wäre nicht das Richtige gewesen. „Dann habe ich mich neu orientiert. Überlegt, was ich wirklich möchte - und ich mich für diese Ausbildung entschieden“, erklärt die junge Frau. Und das sei genau die richtige Entscheidung gewesen. Dabei habe sie unmittelbar mit Menschen zu tun. „Diesen Job will ich bis zur Rente machen“, sagt sie mit einem breiten Lächeln.

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