Frauen in Männerberufen : Sie sorgt bald für sicheren Zugverkehr

Freut sich auf ihren Traumberuf: Im September startet Swea Högström ihre Lehre zur Gleisbauerin.
Freut sich auf ihren Traumberuf: Im September startet Swea Högström ihre Lehre zur Gleisbauerin.

Swea Högström beginnt im September ihre Ausbildung zur Gleisbauerin – als einzige im Land

23-65748720_23-67291560_1420651576.PNG von
24. August 2015, 16:00 Uhr

In einer Woche geht es endlich los. Wenn die 17-Jährige davon erzählt, lächelt sie. Sie kann es kaum noch erwarten, wie sie selbst sagt. Am 1. September startet die junge Frau mit den langen roten Haaren ihre Ausbildung zur Gleisbauerin. Wird dann Spezialistin für den Bau und die Wartung des 40  000 Kilometer langen Streckennetzes der Deutschen Bahn. Sorgt für den sicheren Zugverkehr. „Mein Papa ist auch Gleisbauer“, erzählt Swea Högström stolz. Und auch ein wenig deshalb, wolle sie es auch werden. Aber nicht, weil sie muss, sondern weil sie es spannend findet. „Ich habe auch ein Praktikum als Erzieherin gemacht, aber das Handwerkliche liegt mir einfach mehr“, berichtet Swea.

Die Ausbildung beginnt zunächst mit einer Einführungswoche. Man könne sich erst einmal kennen lernen – alles ganz locker, erklärt die angehende Gleisbauerin. Danach stehe dann Berufsschule an. Fast das ganze erste Lehrjahr. „Ein paar Praktika sind auch dabei“, freut sie sich. Im zweiten und dritten Ausbildungsjahr würde es dann praktischer werden. „Der Job ist körperlich sehr anspruchsvoll“, sagt Swea und reibt ihre Hände erwartungsvoll zusammen. Lächelt dabei. Sie lerne Gleise instand zu setzen und zu halten, Schienen und Schwellen auszuwechseln, aber auch wie man mauert, jede Menge über Stahlbau, Brennschneiden, Gleisaus-, Gleisrück- und Eisenbahnbau. „Ich habe einen guten Einblick in die Aufgaben – durch meinen Papa und das Praktikum“, erklärt die 17-Jährige. Die Vorfreude steige nun.

Und sie ist die einzige Frau. Weder arbeiten aktuell Gleisbauerinnen in Mecklenburg-Vorpommern, noch werden derzeit Frauen in diesem Beruf ausgebildet. Mit ihr fangen zwei weitere Gleisbauer im September die Ausbildung an. Aber beide sind Männer, wie sie erzählt. Damit habe sie aber gar kein Problem. „Ich komme gut mit Männern aus.“ Und auch ihre Freundinnen und Familienmitglieder finden die Berufswahl nicht komisch. „Es ist vielleicht ungewohnt, aber meine Lieben kennen mich nicht anders“, erzählt sie und schmunzelt. Fremde Leute, denen sie davon berichte, würden schon etwas geschockt reagieren, fragen warum, denn es sei ja kein typischer Frauenberuf, aber das sei Swea egal. Denn: Es ist einfach ihr Traumberuf, wie sie freudestrahlend erzählt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen