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Schweriner Restauratoren : Sie sind aus dem richtigen Holz geschnitzt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wer steckt eigentlich dahinter? Heute: Mandy Breiholdt und Annette Voss restaurieren und konservieren leidenschaftlich Holzobjekte

svz.de von
erstellt am 15.Feb.2017 | 23:48 Uhr

Wer nennt den Schwerinern die nächste Haltestelle in der Straßenbahn? Wer zeigt im Kino die Filme? Und wer bereitet in der Kantine jeden Mittag das Essen zu? In dieser Woche stellt SVZ Menschen vor, deren Leistungen zu unserem Alltag in der Stadt gehören, die jedoch im Hintergrund bleiben.

Für Mandy Breiholdt und Annette Voss ist der Satz „Klopf auf Holz“ mehr als nur ein Spruch. Versteckt in einem Hinterhof in der Wismarschen Straße frönen die beiden Restauratorinnen ihrer Leidenschaft – der Arbeit mit Holz. Vor zehn Jahren haben sie ihre Werkstatt zur Konservierung und Restaurierung von Holzobjekten in eine Firma verwandelt. Seitdem haben die beiden Frauen nicht nur private, sondern auch öffentliche Aufträge übernommen. So haben sie beispielsweise auch Särge in der Schelfkirche restauriert.

„Ich war immer interessiert daran, etwas Handwerkliches mit Holz zu machen“, erzählt Annette Voss. Begonnen hat die 50-Jährige ihre Ausbildung mit einer Tischlerlehre. Das ist nicht ungewöhnlich. Viele Restauratoren absolvieren vor dem Studium eine handwerkliche Ausbildung.

In ihrer Arbeit unterscheiden Mandy Breiholdt und Anette Voss zwischen dem Restaurieren und dem Konservieren von Holzobjekten. „Beim Restaurieren werden die Stücke wieder aufgearbeitet“, erklärt Breiholdt. Dabei versuche man möglichst viel von dem ursprünglichen Material zu erhalten. Beim Konservieren ginge es hauptsächlich um das Reinigen und Stabilisieren der jeweiligen Objekte. So sollen sie für die Zukunft erhalten bleiben.

Neben den praktischen Handfertigkeiten ist auch das Erlangen einen fundierten kunsthistorischen Wissens ein wichtiger Teil der Ausbildung und des Studiums zum Restaurator. Schließlich müsse man wissen, wie einzelne Stücke aus einer anderen Zeit gearbeitet und welche Materialien in dieser Zeit verwendet wurden, um sie wieder aufarbeiten zu können.

Einige Materialien stellen die Restauratorinnen dabei vor eine Herausforderung. „Nicht alles lässt sich heute noch so einfach beschaffen“, sagt Mandy Breiholdt. Dies seien zum Beispiel Materialien, die nach dem heutigen Gesetz verboten sind. „Elfenbein zum Beispiel gehört dazu. Oder Schildkrötenpanzer“, erklärt die 41-Jährige. In solchen Fällen müssen die studierten Restauratorinnen auf ähnliches Ersatzmaterial zurückgreifen.

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