Schweriner Firmen : Sie prüfen das Unsichtbare

Firmenbesuch: Stadtpräsident Stephan Nolte (l.) erfährt von HygCen-Geschäftsführer  Dr. Sebastian Werner, welche Tests zum Beispiel Mitarbeiterin Acole Braun durchführt.  Fotos: Ralf Badenschier
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Firmenbesuch: Stadtpräsident Stephan Nolte (l.) erfährt von HygCen-Geschäftsführer Dr. Sebastian Werner, welche Tests zum Beispiel Mitarbeiterin Acole Braun durchführt. Fotos: Ralf Badenschier

HygCen Schwerin GmbH wurde vor 20 Jahren gegründet und arbeitet für Herstellerfirmen von Medizinprodukten auf der ganzen Welt

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23. August 2016, 12:00 Uhr

Wirken Desinfektionsmittel für Krankenhäuser wirklich so, wie sich der Hersteller das erhofft? Erfüllen Operations-Abdecktücher ihre Aufgabe? Antworten auf diese Fragen suchen die Mitarbeiter der Schweriner Firma HygCen Germany GmbH. Vor 20 Jahren wurde sie gegründet. Und sie will weiter wachsen, am liebsten am jetzigen Standort in der ehemaligen Frauenklinik „Seeblick“ in der Bornhövedstraße, wie Geschäftsführer Dr. Sebastian Werner erklärt.

„Wir beschäftigen uns eigentlich mit dem, was keiner sieht“, sagt Sebastian Werner. Es gehe unter anderem um medizinische Hygiene in Krankenhäusern, um Schaden von Menschen, von Patienten abzuwenden. Dabei werde HygCen aber nicht direkt vor Ort aktiv. Vielmehr arbeite das Unternehmen für die Hersteller von Medizinprodukten, prüft beispielsweise deren Neuentwicklungen. „Wir sind ein akkreditiertes Prüfinstitut und agieren für Herstellerfirmen weltweit“, so der Geschäftsführer. Wobei natürlich die meisten Geschäftspartner in Europa und in den so genannten Schwellenländern ansässig seien.

In den Schweriner Labors werde zum Beispiel die physikalische Festigkeit sowie der Widerstand gegen das Durchdringen von Flüssigkeiten und Mikroorganismen von OP-Abdeckmaterial getestet. Auch gehe es beispielsweise um den unbedenklichen und hygienisch sicheren Einsatz von Implantaten. Ebenso um die wirksame Reinigung und Desinfektion von Medizinprodukten. Einige wenige Beispiele von einer breiten Palette von Prüfaufträgen, die darauf gerichtet seien, die Qualität im Gesundheitswesen und im Gesundheitstourismus zu sichern. Doch dabei stehen die Schweriner nicht am Ende der Kette. Umsetzen müsse die gesetzlichen Vorgaben am Ende zum Beispiel der Arzt im Krankenhaus, wie Sebastian Werner erklärt.

Gegründet wurde die Firma von Prof. Dr. Heinz-Peter Werner, dem Vater des Geschäftsführers, und zählt heute 32 Mitarbeiter. „Und wir wollen und müssen wachsen, wollen bis Mitte nächsten Jahres auf 36 Mitarbeiter aufstocken“, erklärt der Geschäftsführer. Ziel sei es, das Unternehmen am Standort Schwerin „nachhaltig zu etablieren, unabhängig von einer Person“, sagt Sebastian Werner.

Dazu gehöre auch, dass HygCen gerne den geschichtsträchtigen Firmensitz in der Bornhövedstraße übernehmen und ausbauen möchte. Vor mehr als 100 Jahren als Armen- und Waisenhaus gebaut, war das Baudenkmal ab 1974 als Geburten- und Frauenklinik „Seeblick“ bekannt. „Hier wurden einige unserer Mitarbeiter geboren“, erklärt Werner. Nun habe man sich an der Verkaufs-Ausschreibung der Stadt beteiligt und ein Nutzungskonzept vorgelegt. „Unser Herz und unser Wahnsinn hängen an diesem Gebäude“, so der Geschäftsführer. Eine Idee ist es, das Haus als Facharzt-Centrum zu entwickeln, vielleicht auch mit einer Apotheke und einem Kaffee. Der Ansatz dahinter: Das Stadtteil habe sich als Wohnstandort in den zurückliegenden Jahren sehr gut entwickelt. Solche Angebote wohnortnah vorzuhalten, trage zur Erhöhung der Lebensqualität mit kurzen Wegen bei, ist sich Werner sicher.

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