Christbäume : Sie pflanzen für Weihnachten 2027

Im Abstand von 1,10 Meter setzen Sigrid Hinz und Regina Birkhahn (l.) die kleinen Nordmanntannen in den frisch gelockerten Boden. Auf rund zwei Hektar wurde gepflanzt.  Fotos: Katja Müller
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Im Abstand von 1,10 Meter setzen Sigrid Hinz und Regina Birkhahn (l.) die kleinen Nordmanntannen in den frisch gelockerten Boden. Auf rund zwei Hektar wurde gepflanzt. Fotos: Katja Müller

In der Forstbaumschule Gädebehn haben in diesen Tagen 12000 Nordmanntannen ein neues zu Hause bekommen

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26. September 2017, 05:00 Uhr

Noch 89 Tage, dann ist Weihnachten und noch 3741 Tage, dann stehen wohl die meisten der jetzt gepflanzten Weihnachtsbäume in den guten Stuben. Zehn Jahre dürfen die kleinen Nordmanntannen jetzt auf dem Gelände der Forstbaumschule Gädebehn wachsen. 12 000 Stück haben die Mitarbeiter in den vergangenen Tagen in den Boden gesetzt. Eine große Maschine erleichtert die Arbeit. „Es ist immer noch ein Knochenjob, aber ein kleines Stück komfortabler“, sagt Manuela Springer. Die Leiterin der Forstbaumschule hat die Flächen ausgewählt und begleitet auch die Pflanzarbeiten. Jetzt sind die kleinen Bäumchen drei Jahre alt. In einer schleswig-holsteinischen Weihnachtsbaumplantage wurden sie vorgezogen. Im Abstand von 1,10 Meter kommen sie in die Erde und müssen groß werden.

Doch bevor es den Nordmanntannen an den Stamm geht, ist viel Pflege und ein waches Auge gefragt. „Wir arbeiten wie die Landwirte unter freiem Himmel. Manche Dinge kann man nicht beeinflussen, aber nachsteuern beziehungsweise vorbeugen“, sagt Manuela Springer. So bekommen die kleinen Pflanzen momentan zwar genug Wasser – bei Stickstoff, Phosphor und Kali helfen die Forst-Mitarbeiter nach. „Ohne Düngung funktioniert das hier nicht, wir haben gerade einmal 18 Bodenpunkte“, sagt sie. Zwischen den Pflanzungen werden zudem Gründungflächen angelegt: Wir setzen auf Zwischenfrucht-Mischungen die Ölrettich, Lupinen, Sommerwicken, Phacelia, Buchweizen und Meliorationsrettich enthalten. Diese Saaten – wie in diesem Fall „Terra Gold“ – durchwurzeln unter anderem die im Boden vorhandenen Verdichtungen.

Um die Bäume besser versorgen zu können, setzen die Mitarbeiter der Forstbaumschule auch Säge und Astschere an: „Wenn die Tannen 80 Zentimeter hoch sind, kommt die Stumpfbeschneidung – der unterste Ast-Kranz kommt weg. So gelangt mehr Luft an den Stamm“, erklärt Manuela Springer. Damit die Bäume fürs Fest schön aussehen, werden regelmäßig die Äste in die richtige Form gebracht.

Ob sich eine Nordmanntanne symmetrisch entwickelt, lasse sich schon an den Wirtelknospen erkennen, weiß Manuela Springer. „Sieben sollten es im Idealfall sein. Hier kommt ein schöner Astkranz“, sagt sie und verweist auf die kleinen braunen Knubbeln an der obersten Tannenspitze des kleinen Bäumchens vor ihren Füßen. Das sei aber nur die halbe Miete. Denn Schädlinge gibt es selbst in Weihnachtsbaumplantagen: „Wir haben da die Tannen-Trieblaus und den Kahlnatigen Graurüssler“, sagt Manuela Springer. Letzterer sei besonders hartnäckig. Es frisst die Blätter an und die rollen sich ein. Eine biologische Bekämpfung sei schwer – und derzeit auch kein Thema. Noch ist es um die kleinen Nordmanntannen gut bestellt: „Es ist feucht genug und nicht zu kalt. Jetzt müssen sie nur wachsen“, sagt die Forstbaumschul-Chefin.

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