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Feuerwehr Sukow : Sie meistern auch schwere Zeiten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Brandschützer der Sukower Feuerwehr wollen am Wochenende mit Freunden und Förderern auf 100 Jahre Löschtruppe anstoßen

Über die Zeiten, in denen sie noch mit Pferd und Wagen zu Bränden ausgerückt sind, kann Willi Schumacher heute nur schmunzeln. Denn gut 60 Jahre ist das mittlerweile her und bei dem heutigen Stand der Technik, für die nachwachsende Generation kaum vorstellbar. „Da gab es keine Funkgeräte, anfangs nicht einmal eine Sirene. Wir haben im Ernstfall ins Signalhorn geblasen“, erklärt der 83-Jährige. Die erste Sirene wurde erst 1951 angebaut.

Willi Schumacher ist mittlerweile ein seltener Gast im Sukower Feuerwehrhaus. Es sind eher Abende wie dieser. Zusammen wird über die viel zitierten alten Zeiten geplaudert. Denn nach 62 Jahren im Dienste der Feuerwehr Sukow ist Schumacher schon seit einiger Zeit Mitglied der Ehrenabteilung. Doch so ganz loslassen, das könne ein echter Brandschützer nie, versichert der Senior. Und so unterstützt er seine Kameraden auch jetzt, wo es um die Vorbereitungen für die 100-Jahr-Feier geht. Diesen besonderen Geburtstag ihrer Wehr wollen die Sukower nämlich am Wochenende feiern.

Ins Leben gerufen wurde die Löschgruppe am 24. Juli 1917. Ein Stellmacher- und zwei Schmiedemeister gründeten sie. Nach dem Ersten Weltkrieg kamen sechs weitere Mitglieder dazu. In den 20er-Jahren waren es sogar 29 Brandschützer. Heute sind es 33 Aktive, die im Notfall ausrücken. In der Jugendwehr sind acht Mitglieder, ebenso bei den Löschzwergen. Selbst die Ehrenabteilung zählt acht einst aktive Brandschützer.

Technisch wurde in Sukow stets nachgerüstet: Pferdefuhrwerke wichen Traktoren und mittlerweile hat die Truppe unter anderem ein Tanklöschfahrzeug. Schon 1918 wurde ein Spritzenhaus gebaut – es steht heute noch am Dorfanger. Die Jugendwehr nutzt das Gebäude seit 1995.

Viele Zahlen und Fakten haben die Sukower akribisch in ihrer Feuerwehrchronik aufgelistet. Doch ein wichtiges Datum war lange Zeit unklar: Die Gründung der Wehr. „Wir haben bei einem Besuch im Plater Feuerwehrmuseum einen Hinweis auf den 24. Juli 1917 gefunden. Das war ein Glückstreffer“, erklärt Wehrführer Oliver Olschewski. Den Kameraden war nur klar, dass in diesem Jahr die 100 voll gemacht wird. Denn es gab 1967 eine Urkunde für 50 Jahre Feuerwehr. Die hatten sie an der Wand, aber eben keinen anderen Vermerk. Doch jetzt, da das genaue Datum feststeht, kann gefeiert werden. Gemeinsam mit den Mitgliedern, Förderern und Freunden der Wehr wird am Sonnabend auf das Wohl für die nächsten Jahrzehnte angestoßen. Auch die Partner-Wehr aus Mielkendorf bei Kiel – seit 1994 besteht die Verbindung – wird dabei sein. Das Festprogramm beginnt um 10.30 Uhr auf dem Sukower Sportplatz.

Was sich die Männer des Löschtrupps für die Zukunft ihrer Wehr wünschen? „Es ist wichtig, dass der Zusammenhalt nicht verloren geht. Wir sind da, wenn es brenzlig wird. Leider geht eben nicht immer alles gut aus – da ist Vertrauen und auch Solidarität sehr wichtig“, sagt Olschewski und blickt noch einmal zurück auf den wohl traurigsten Einsatz in der Geschichte seiner Wehr: Bei einem Scheunenbrand kamen zwei Kinder ums Leben. „Das war hart für alle, denn wir hatten einfach keine Chance, sie lebend zu bergen. Wir wussten erst viel zu spät, dass die Kinder in dem Strohlager gespielt hatten“, erklärt Brandschützer Dirk Schumacher. Noch immer belastet das Schicksal auch die Sukower Kameraden. Zwar gab es damals Unterstützung von Polizeiseelsorger Andreas Schorlemmer. „Doch so ein Erlebnis vergisst niemand“, betont Kamerad Hans-Erich Walter. „Es wäre gut, wenn unsere Arbeit nicht an Wertschätzung verliert. Mehr wollen wir nicht“, schiebt er hinterher.

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erstellt am 12.Jul.2017 | 12:00 Uhr

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