Führungswechsel in der Kita : Sie machen Rastower Kinder stark

Beim Familienfest an der Rastower Kita  wurde der Staffelstab weitergegeben: Michael Freiberg führt die Arbeit der langjährigen Leiterin Monika Bolt fort. Die Kinder sammelten an dem Festtag zudem Spenden für eine großes Bodentrampolin. Fotos: Werner Mett
Beim Familienfest an der Rastower Kita wurde der Staffelstab weitergegeben: Michael Freiberg führt die Arbeit der langjährigen Leiterin Monika Bolt fort. Die Kinder sammelten an dem Festtag zudem Spenden für eine großes Bodentrampolin. Fotos: Werner Mett

Monika Bolt übergibt die Leitung der Tagesstätte „Lütte Swölken“ an Michael Freiberg, der selbst in diesem Haus groß wurde

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15. Mai 2017, 08:00 Uhr

Das Familienfest an der Rastower Kita mit knapp 600 Mitwirkenden und Gästen konnte Monika Bolt erstmals seit Jahren, ja Jahrzehnten in aller Ruhe genießen. Denn Vorbereitung, Ablauf und Verantwortung lagen mehr nicht in den Händen der langjährigen Kita-Leiterin, sondern in denen von Michael Freiberg. Der 27-jährige Heil- und Inklusionspädagoge hat zu Jahresbeginn die Nachfolge von Monika Bolt angetreten. Das Familienfest vom Wochenende war so etwas wie der Härtetest für den neuen Chef. „Den hat er mit Bravour bestanden“, lobten neben Bürgermeister Ralf Egbert Scharlaug die Gäste.

Für Monika Bolt war das keine Überraschung. Schließlich arbeitet Michael Freiberg bereits seit 2011 in der kommunalen Kita. Und mehr noch. Der junge Mann ist hier groß geworden. „Ich kann mich noch genau daran erinnern, als hier in der Kita die erste Henne ihre Küken ausbrütete“, erzählt der 27-Jährige. Damals war Michael Freiberg ein Hortkind. Beim ihm weckte das eine neue Leidenschaft. Heute gehören zwei Hunde, Kaninchen, Meerschweinchen und Geflügel zum Haushalt des Rastowers. „Ein Tier zu halten heißt Verantwortung zu übernehmen“, sagt der Erzieher. Und das lernen die Kleinen in der Rastower Kita auch heute noch: Gerade erst schlüpften im Brutkasten sieben Kücken – für jede Gruppe ein Tier. Fische und Meerschweinchen sind ebenfalls an der Kita zu Hause. Auch die Projekte zum Umgang mit Umwelt und Natur sowie die Beschäftigung mit der Heimat und der plattdeutschen Sprache führen Michael Freiberg und die 16 Erzieherinnen in der Rastower Kita fort. Das Ganze geschieht nicht nur für die mehr als 110 Kinder, sondern mit den Mädchen und Jungen. Denn die Rastower arbeiten nach den Prinzipien der Reggio-Pädagogik, bei der sich die individuellen Möglichkeiten der Kinder durch die von Erziehern, Eltern und Kindern selbst gestaltet Projektarbeit entfalten sollen.

Das heißt aber nicht, dass an der Rastower Kita alles so weitergeht wie immer: Das Familienfest beispielsweise fand erstmals unter diesem Namen statt. „Zweimal im Jahr gab es immer den Oma-und-Opa-Tag, bei dem jede Gruppe den Großeltern vorstellte, was sie gelernt hat“, erzählt Michael Freiberg. Nach diesem wiederkehrenden Höhepunkt gab es aber auch lange Gesichter – bei den Eltern, für die einfach keine Platz frei war. Daher wurde der Rahmen jetzt noch größer gespannt. Beim Familienfest machten alle mit. Das gesamte Kita-Areal wurde zum Festplatz. Und für die Großeltern gab es die Möglichkeit, sich in der Kita ausgiebig umzuschauen. Natürlich wurde bei so einem Fest gleich das nächste Projekt angeschoben: Die Kinder wünschen sich ein großes Bodentrampolin. 5000 bis 6000 Euro kann so ein Spezialgerät kosten. Einen Teil davon wollen Kinder und Erzieher beisteuern. Daher wurden beim Familienfest Spenden gesammelt. Auch die Erlöse vom Sonnabend und die der weiteren Fest in diesem Jahr fließen in diese Kassen.

Monika Bolt musste am Sonnabend versprechen, auch bei den folgenden Höhepunkten reinzuschauen. Nach mehr als 40 Jahren im Beruf, davon seit 1983 als Leiterin der Rastower Kita, fällt der 64-Jährigen der Abschied nicht leicht. „Vor allem der Austausch mit den Kollegen wird mir fehlen“, räumt sie ein. Doch Monika Bolt genießt es, ausschlafen zu können und lange zu walken. Da auch Ehemann Erhard frischer Ruheständler ist, möchte das Paar jetzt mehr reisen und mehr Zeit mit den fünf, demnächst sechs Enkeln verbringen.

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