Aktive Schwerinerin : Sie ist des Wanderers Glück

Seit 20 Jahren dabei: Christine Jessel gehört auch heute zum Organisatoren-Team des Landeswandertages.
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Seit 20 Jahren dabei: Christine Jessel gehört auch heute zum Organisatoren-Team des Landeswandertages.

Schwerinerin Christine Jessel betreut als Organisatorin die Teilnehmer beim 20. Landeswandertag der Volkssolidarität in Güstrow

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20. August 2016, 12:00 Uhr

Bevor mehr als tausend Wanderer am 20. Landeswandertag der Volkssolidarität in Güstrow in bequemes Schuhwerk schlüpfen, hakt Christine Jessel jeden Einzelnen von ihnen ab. Seit 20 Jahren ist das schon so, denn so lange gehört sie zum Organisatoren-Team des Landesverbandes in Mecklenburg-Vorpommern und behält die Teilnehmerliste im Blick. Nur einmal war das anders, ausgerechnet als der Wandertag durch ihre Heimatstadt führte. „Das war 1999, als ich so richtig krank war“, sagt die Schwerinerin.

Während sie in einem Jahr schon einmal 1800 Haken setzte, werden es in diesem Jahr am heutigen Sonnabend in der Barlachstadt Güstrow wohl nicht so viele Wanderlustige, sagt sie. Bei den Veranstaltungen begrüßt die 55-Jährige die Teilnehmer am Info-Stand, erklärt ihnen die Unterschiede der drei Routen und schreibt Geburtstagskinder auf. Dabei sagt sie Sätze wie „das schaffen Sie“ und lächelt jedem Zweifelnden Mut machend zu, der überlegt, ob er die Zehn-Kilometer-Strecke, die Fünf- oder doch lieber die Drei-Kilometer-Route wandern soll.

„Die Strecke wird jedes Mal zur persönlichen Herausforderung für den Tag“, sagt Christine Jessel. Dabei gilt: Wer mehr wandert, sieht und erfährt auch mehr aus der Stadt Güstrow und über das Leben und Wirken des Bildhauers Ernst Barlach (1870-1938). Hier hatte er mit seiner Mutter Louise und seinem Bruder Klaus in einem Haus am Inselsee gewohnt, wo seine Hauptwerke entstehen sollten. Viele Objekte aus seiner Hand befinden sich heute noch in Güstrow – in der Gertrudenkapelle oder im Güstrower Dom, wie das Ehrenmal für die Gefallenen, „Die Schwebende“. Einige werden die Wanderer zu Gesicht bekommen.

Wenn die Teilnehmer die Route anschließend schnaufend und mit roten Köpfen hinter sich gebracht haben, „sind sie stolz wie Oskar und lassen sich anschließend gern von unserem Kulturprogramm verwöhnen“. Schlagersänger Andreas Holm, Thomas Lück und Unterhaltungskünstlerin Heide Mundo – sie alle waren schon beim Landeswandertag dabei und begleiteten die Wanderlustigen nach einem bewegten Vormittag durch einen schwungvollen Kulturnachmittag.

In diesem Jahr begrüßt Bauchredner Eddy Steinfatt die Wanderer und trainiert dabei gleich ihre Lachmuskeln, bevor die Zuhörer beschwingt zu den Klängen des Shantychors „Luv und Lee“ schunkeln und zu Schlagern von Monika Herz und ihrem Sohn David tanzen. „Egal wie müde die Teilnehmer nach der Wanderschaft sind, am Nachmittag schwingen viele noch einmal das Tanzbein“, erzählt Christine Jessel und erinnert sich an den Wandertag 2011 in Ludwigslust. Der drohte richtig ins Wasser zu fallen, aber die Wanderlustigen spannten einfach ihre Regenschirme auf und tanzten im Regen.

„Die Landeswandertage verbinden“, sagt auch Kerstin Liebich. Die Landesgeschäftsführerin zählt lange nicht so viele Wandertage wie Christine Jessel, „aber auch ich entdecke meine Lust am Wandern dort jedes Jahr aufs Neue und erlebe das Miteinander und Füreinander, wofür die Volkssolidarität ja auch steht“.

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