Kirche in Schwerin : Sie helfen der Umwelt

Zum Umweltteam „Grüner Hahn“ der katholischen Gemeinde St. Anna  gehören Helmut Weber, Siegfried Hanft, Siegfried Landskron, Ursula Schmitt und Klaus Schümann (v.l.).
Zum Umweltteam „Grüner Hahn“ der katholischen Gemeinde St. Anna gehören Helmut Weber, Siegfried Hanft, Siegfried Landskron, Ursula Schmitt und Klaus Schümann (v.l.).

Schweriner Kirchengemeinden und ihre sozialen Projekte: „Grüner Hahn“ von St. Anna setzt auf Nachhaltigkeit

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17. Januar 2018, 23:56 Uhr

Für kirchliche Schweriner Einrichtungen sind Gottesdienst und Gebet feste Bestandteile. Doch das ist nicht alles: Sie setzen sich mit unterschiedlichen Gruppen und Projekten für das Allgemeinwohl ein. In dieser Woche stellt die SVZ einige dieser Initiativen vor. Heute: die katholische Propsteigemeinde Sankt Anna.

Energiesparlampen statt Glühbirnen, Mehrweg- statt Einwegflaschen – das sind nur zwei Erfolge, die die Umweltgruppe „Grüner Hahn“ seit ihrer Gründung 2015 auf den Weg gebracht hat. Getränke gibt es in der katholischen Gemeinde in Schwerin jetzt ausschließlich in umweltverträglichen Verpackungen. Alle Glühbirnen sind zwar noch nicht ausgewechselt. „Aber wenn wir eine Neuanschaffung machen, haben wir die Umwelt jetzt immer im Blick“ sagt Klaus Schümann. Der gelernte Bauingenieur ist seit Langem in der St.-Anna-Gemeinde aktiv und hat das Umweltteam „Grüner Hahn“ in Schwerin ins Leben gerufen. Ein Schlüsselerlebnis war für ihn zuvor ein Erntedankfest, bei dem Kinder ihre Ideen für eine bessere Welt einbrachten. Sie schrieben beispielsweise: „Ich fahre lieber mit dem Fahrrad als mit dem Bus.“

Ziel des ehrenamtlichen Arbeitskreises in St. Anna ist heute neben dem praktischen Umweltschutz auch, ein Zertifikat zu erhalten, das der Gemeinde vorbildliches Umweltmanagement bescheinigt. Externe Experten prüfen am Ende das Konzept, das die Gemeinde sich selbst erarbeitet hat. Bis jetzt habe man etwa Dreiviertel der Aufgabenbereiche systematisch aufgearbeitet. Dazu gehört Einsparpotenzial bei Heizung, Wasser und Strom sowie die Müllvermeidung,

„Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit liegen uns am Herzen“, sagt Schümann. Deshalb möchte er vor der eigenen Haustür anfangen und genau unter die Lupe nehmen, welche Auswirkungen der Alltag in der eigenen Glaubensgemeinschaft auf die Umwelt hat. Es gehe zunächst ausschließlich um die Kirche St. Anna, das Pfarrhaus und die Kaplanei, erklärt Helmut Weber, der ebenfalls als Ehrenamtlicher beim „Grünen Hahn“ ist .

Bevor die externen Umweltprüfer schließlich auf das Schweriner Projekt schauen, gibt es eine interne Begutachtung durch das Erzbistum Hamburg. Und wenn das begehrte Zertifikat tatsächlich erteilt ist, wird alle vier Jahre nachkontrolliert.

In Mecklenburg sei die Schweriner Gemeinde bislang die einzige katholische, welche die bundesweite „Grüne Hahn“-Initiative umsetzt. Sie entstand 1999 in der Evangelischen Landeskirche Württemberg in Anlehnung an eine EU-Richtlinie für Unternehmen.

Die Schweriner werden von der Umweltbeauftragten des Erzbistums Hamburg, Dr. Martina Skatulla, unterstützt. „Sie ist kompetent und hat selbst bis zum Papst gute Verbindungen“, sagt Klaus Schümann. Der Papst trägt die Ziele in seiner Umwelt-Enzyklika mit. „Die Erde unser Haus, scheint sich immer mehr in eine unermessliche Mülldeponie zu verwandeln“, schreibt er dort. Helmut Weber betont die theologische Bedeutung der Umweltinitiative: „Die Bewahrung der Schöpfung ist unser biblischer Auftrag.“

Klaus Schümann blickt hoffnungsfroh in die Zukunft: „Wir wissen, dass wir die Welt nicht retten können, aber das wenige, was wir tun können, ist viel“.

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