Schweriner Gesichter : Sie hat alle Kannen im Schrank

Die vielen bunten Kaffeekannen in unterschiedlichen Formen und Größen haben es Elke Krüger angetan. Mittlerweile stehen sie auch im Wohn- und Esszimmer, weil der Platz in der Küche nicht mehr ausreicht.
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Die vielen bunten Kaffeekannen in unterschiedlichen Formen und Größen haben es Elke Krüger angetan. Mittlerweile stehen sie auch im Wohn- und Esszimmer, weil der Platz in der Küche nicht mehr ausreicht.

SVZ-Serie „Schweriner Sammelleidenschaften“: Elke Krüger benutzt die Gefäße nicht nur für Tee oder Kaffee sondern auch als Vase

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18. April 2017, 12:00 Uhr

Im Garten vom Ehepaar Krüger steht ein Teehaus. Den gemütlichen Pavillon aus Holz hat Peter Krüger gebaut, im Sommer treffen sich dort Familien, Freunde und Nachbarn, trinken kühle Getränke und Kaffee. Dann schlägt sie, die große Stunde von Elke Krügers Sammlung. Die Rentnerin besitzt zahlreiche Kaffeekannen. Für die SVZ-Serie „Schweriner Sammelleidenschaften“ zeigt sie ihre Schätze.

„Jede Kaffeekanne hat ihre eigene Geschichte“, begründet die Schwerinerin ihre Sammelleidenschaft. „Ich frage mich immer, wer sie benutzt hat und wo sie benutzt wurde.“ Die verschiedenen Formen, die unterschiedlichen, mal bunten, mal schlichten Muster – Elke Krüger findet die Gefäße einfach schön. „Die kleinen und liebevollen Details wie die Knäufe der Deckel runden das Gesamtbild der Kanne ab und geben ihr das individuelle Aussehen.“ Und sie hat ein Faible für alte Sachen – gerahmte Ofentüren, alte Bügeleisen, Kostüme, Stühle und Möbel finden sich ebenfalls im Hause Krüger.

Angefangen hat die Sammelleidenschaft vor ungefähr zehn Jahren. „Damals habe ich als Vorarbeiterin in der Herrenschneiderei im Mecklenburgischen Staatstheater gearbeitet“, erzählt die 68-Jährige. „Getrunken habe ich bei der Arbeit jedoch keinen Kaffee, sondern viel Tee.“ Dann sei eine Kollegin umgezogen und habe ihre Kannen verschenkt. „Da habe ich zugegriffen.“ Seitdem stöbert sie auf Flohmärkten, bekommt die Gefäße von Freunden, ehemaligen Kollegen geschenkt. Mehr als 50 Stück haben sich so in den vergangenen Jahren in der Küche, im Ess- und Wohnzimmer von Elke Krüger angesammelt, stehen in Vitrinen, Schränken und auf Anrichten. Darunter ist auch die allererste Kaffeekanne aus einem Service von Hutschenreuther. „Die haben wir 1971 zur Hochzeit geschenkt bekommen.“

Mittlerweile ist in der Küche kein Platz mehr. „Mein Mann muss mir dringend ein weiteres Regal bauen“, so die Seniorin mit einem Lachen. Dann kommen die englische Kanne, die Weihnachtskanne mit dem Weihnachtsstern und den Christrosen und die Frühlingskanne mit den Blumen noch besser zu Geltung. Und sie kann wieder auf die Jagd nach neuen Schätzen gehen.

Besonders stolz ist die Sammlerin auf einen Flohmarktfund. „Wir waren in Oldenburg und der Händler packte bereits seine Sachen zusammen“, erzählt sie „Da habe ich sie gesehen.“ Eine Kaffeekanne, wie ihre Mutter sie bereits hatte. „Die mochte ich als Kind so gern leiden, fand sie so schön robust und rustikal.“ Die Kanne der Mutter ging an die Schwester. Doch nun hat Elke Krüger auch eine, die sie an ihre Mutter erinnert.

„Leider benutze ich die Gefäße zu wenig“, sagt die Pensionärin bedauernd. „Lediglich wenn Besuch da ist, serviere ich den Kaffee oder Tee in den Kannen.“ Im Sommer dürfen so die Nachbarn, Freunde und Familie die Kannen im Teehaus von Familie Krüger bestaunen. „Natürlich staube ich sie regelmäßig ab.“ Und wenn grade kein Besuch da ist, werden die Gefäße einfach zweckentfremdet: als Vase für die ersten gelben Narzissen oder einen bunten Frühlingstrauß.

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