Stabwechsel im Schweriner Verein : Sie haben ein sagenhaftes Hobby

Mit neuem Sagenpfad und einem Begleitbuch starten Gottfried Holzmüller und Dieter Gonsch (r.) in das neue Jahr. Schatzmeister Bernhard Vatter und Erika Zänker (nicht im Bild), komplettieren den neu gewählten Vorstand.
Mit neuem Sagenpfad und einem Begleitbuch starten Gottfried Holzmüller und Dieter Gonsch (r.) in das neue Jahr. Schatzmeister Bernhard Vatter und Erika Zänker (nicht im Bild), komplettieren den neu gewählten Vorstand.

Gottfried Holzmüller gibt den Vorsitz des Kulturvereins an seinen Kompagnon Dieter Gonsch ab – beide haben noch viele Pläne

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05. Januar 2018, 16:00 Uhr

Heimatliebe. Das ist es, was Gottfried Holzmüller mit den Sagen entwickeln möchte. „Keine Fanatismus, sondern echtes Interesse für die eigenen Wurzeln“, betont der Schweriner. Seit zehn Jahren leitet er die Geschicke des Sagenland-Vereins und hat nicht nur viele Fürsprecher, sondern auch Weggefährten für seine Projekte gefunden. Nun sogar einen Nachfolger für sein Amt als Vorsitzenden. Einige Jahre habe er ihn „unter seine Fittiche“ genommen, erklärt Dieter Gonsch. Er ist nun der Neue an der Spitze des Vereins. Und macht keinen Hehl daraus, ein Holzmüller-Lehrling zu sein. „Ich kenne Mecklenburg zwar aus meinen Kindertagen, doch es sind Erinnerungen an Besuche bei Verwandten – auf dem Lande“, erzählt er. Vor zehn Jahren kaufte Dieter Gonsch sich ein Wochenendhaus am Schweriner See. Dort traf er Gottfried Holzmüller. Wer Holzmüller kennt, weiß auch, wie gern er von seinen Sagen erzählt. Dieter Gonsch war sofort infiziert. Seit nunmehr vier Jahren ist der pensionierte Lehrer im Verein, seit drei sogar im Vorstand.

Mit der Idee, dass der Wahl-Mecklenburger den Vorsitz zu übernimmt, kam der bisherige Chef Gottfried Holzmüller bereits vor einem Jahr um die Ecke. „Ich habe mir Bedenkzeit erbeten und jetzt Ja gesagt“, so Gonsch. Er will die Amtsgeschäfte weiterführen, aber auch neue Projekte auf den Weg bringen: „Wir haben einen neuen Sagenwanderpfad vorbereitet, die Steine stehen und der Flyer ist schon gedruckt“, erzählt Dieter Gonsch und zieht ein blaues Faltblatt aus der Tasche. Fürst Niklot steht in großen Lettern drauf. Der Rad- und Wanderweg führt östlich am Schweriner Außensee entlang, hat 16 Stationen zwischen Retgendorf und Hohen Viecheln. Und wer auf diesem Pfad wandelt, der komme nicht um die Geschichte Niklots herum sind sich beide sicher. Deshalb gibt es dazu auch ein Begleitbuch. „Es ist in der Schwerin-Information und in zahlreichen Buchläden zu erwerben, musste sogar schon nachgedruckt werden“, berichtet Gottfried Holzmüller.

Ein Projekt zur Lehrerweiterbildung steht ebenfalls auf dem Programm des Kulturvereins Sagenland. „Das Bildungsministerium hat angefragt und wir haben gar nicht lange überlegt. Das ist super“, betont Dieter Gonsch.

Worauf sie stolz sind, können der alte und neue Vorsitzende auf Anhieb sagen: „Dass unser Verein, der sich eigentlich mit alten Dingen beschäftigt, den Anschluss an die Medien der Neuzeit gefunden hat.“ Denn neben QR-Codes sind viele Sagensteine auch mit Geocaches ausgestattet. „So erschließen wir ein Publikum, was vielleicht sonst gar nicht mit unseren Sagen in Berührung gekommen wäre“, ist Dieter Gonsch überzeugt. Die Resonanz sei durchweg gut. Und einen Wunsch hat das Duo noch: „Vielleicht bleibt bei jedem Besucher ein bisschen von unseren Geschichten hängen.“

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