Sie entwirft Schwerins Kaffee-Werk

<strong>Anika Pegelow an ihrem Arbeitsplatz im Baucontainer im Industriepark Schwerin: </strong>Sie visualisiert, was die Verfahrenstechniker für das neue Nestlé-Werk planen. <foto>Timo Weber</foto>
Anika Pegelow an ihrem Arbeitsplatz im Baucontainer im Industriepark Schwerin: Sie visualisiert, was die Verfahrenstechniker für das neue Nestlé-Werk planen. Timo Weber

svz.de von
25. Juli 2012, 07:03 Uhr

Schwerin | Kaffee ist für Anika Pegelow inzwischen etwas ganz Besonderes geworden. Getrunken hat sie ihn schon immer gern, sagt die 21-Jährige. Jetzt sorgt sie mit dafür, dass künftig Kaffee in Schwerin hergestellt wird. Die Technische Zeichnerin hat am 1. Juli ihre Arbeit bei der Nestlé Deutschland AG aufgenommen und verstärkt das derzeit 20-köpfige Projekt-Team, das in den Göhrener Tannen den Bau des Schweriner Werkes vorbereitet.

"Nestlé war für mich ein Glückstreffer", sagt die junge Frau stolz. "Wo gibt es das noch: einen unbefristeten Arbeitsvertrag und die Chance, ein Projekt wachsen zu sehen und daran mitzuarbeiten. Das ist schon toll." Das junge Team habe sie ganz herzlich aufgenommen, sagt Anika Pegelow. Die Zeit des Pendelns zur Arbeit soll jedenfalls bald der Vergangenheit angehören. Sie suche bereits eine Wohnung in Schwerin.

Gefunden hat sie ihre neue Arbeit durch die Hilfe der Arbeitsagentur. Nach ihrer Ausbildung zur Technischen Zeichnerin im Helmholtz-Zentrum Geesthacht habe sie nach der Lehre eine auf zwei Jahre befristete Anstellung in Geesthacht erhalten. Von ihrem Zuhause in der Nähe von Boizenburg ist sie gependelt - morgens und abends jeweils eine halbe Stunde Fahrt. Gestört habe es sie nicht, sagt sie: "Ich habe mich vor allem gefreut, nach der Ausbildung berufliche Erfahrungen sammeln zu können."

Bevor ihr Arbeitsvertrag auslief, hat sich Anika Pegelow pünktlich bei der Arbeitsagentur in Hagenow gemeldet. Dort erhielt sie Arbeitsangebote - vor allem in Hamburg, aber auch im Megapark Gallin/Valluhn. Sie habe zahlreiche Bewerbungen geschrieben und Gespräche geführt. Durch die Medien hatte die junge Frau natürlich auch von der geplanten Nestlé-Ansiedlung gehört und sich informiert. Doch Bewerbungen für das Schweriner Werk nimmt das Unternehmen noch nicht entgegen… "Doch dann bekam ich von der Arbeitsagentur eine Stellenausschreibung für Nestlé", berichtet Anika Pegelow.

Jetzt bringt die Technische Zeichnerin das in sichtbare Formen, was die Projektingenieure für das neue Kaffee-Werk planen. Den Innenbereich der Gebäude gestaltet sie ebenso mit wie die Anordnung der Maschinen und wie diese miteinander verbunden sind. "Die Ingenieure erklären die Abläufe und ich visualisieren das dann", erklärt die gebürtige Hagenowerin. Sie wird - wenn sie ihre Probezeit meistert - alleinverantwortlich am Computer planen. Schwierigkeiten? "Nein. Eine interessante Herausforderung", sagt Anika Pegelow selbstbewusst. Die Software, mit der sie im Schweriner Baucontainer arbeitet, kennt sie bereits aus ihrer Lehrausbildung. Da habe sie auch handwerklich gearbeitet, gefräst und gedreht. "So habe ich eine gutes technisches Verständnis meiner Arbeit bekommen", sagt Anika Pegelow. Jetzt stehe vor allem Englisch-Lernen auf dem Programm. Englisch ist bei Nestlé Konzernsprache. Die Ausdrucke ihrer technischen Zeichnungen sind alle mit einer Legende in der Weltsprache versehen. Das Englische war zwar nicht Einstellungsvoraussetzung, aber Kenntnisse werden erwartet. Im Bewerbungsgespräch sei es deshalb auch Thema gewesen, wenngleich sie als Technische Zeichnerin eher weniger in der Fremdsprache Gespräche führen müsse. Ihre Liebe zum Kaffee spielte dagegen keine Rolle bei der Einstellung, berichtet sie lachend.

Wer wie Anika Pegelow bei Nestlé einen der künftig bis zu 450 Arbeitsplätze bekommen möchte, muss sich noch gedulden. "Auf unserer Homepage unter www.nestle.de/karriere gibt es immer die aktuellen Informationen", sagt Personalleiter Matthias Behner. Sobald der Startschuss für das Bewerbungsverfahren fällt, werden die zu besetzenden Stellen über die Internetseite sowie in der lokalen Presse und über die Agentur für Arbeit in Schwerin bekannt gemacht. "Wir werden unsere Mitarbeiter verstärkt auch über die Arbeitsagentur suchen", sagt Matthias Behner. "Die Arbeitsplätze , die vor Ort entstehen, sollen im Gros auch von Arbeitskräften aus der Region besetzt werden." Das betrifft vor allem Produktion, Technik und Lager. Bis zum zweiten Halbjahr 2013 dauern Bau und technische Ausstattung des Dolce-Gusto-Werkes in Schwerin.

Am 20. August soll mit den Erdarbeiten, im Oktober mit dem Rohbau in den Göhrener Tannen, dem Industriepark Schwerin, begonnen werden. Von Ende 2013 an soll dann der Grünkaffee in Schwerin angeliefert, gesäubert, geröstet, gemahlen, portioniert werden und anschließend die ersten Kaffeekapseln das Schweriner Werk verlassen und an Kunden in Deutschland und Europa geliefert werden. 220 Millionen Euro investiert Nestlé dafür in der Landeshauptstadt.

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