Frau im Männerberuf : Sie bringt Schweriner ans Ziel

Gleich beginnt ihr Dienst: Swantje Merten ist begeisterte Straßenbahnfahrerin beim Nahverkehr.
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Gleich beginnt ihr Dienst: Swantje Merten ist begeisterte Straßenbahnfahrerin beim Nahverkehr.

Die 26-jährige Swantje Merten ist Straßenbahnfahrerin mit Leib und Seele – einen großen Wunsch hat sie aber noch

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17. August 2015, 12:00 Uhr

Das kleine dunkle Gebäude mit vier gelb umrahmten Fenstern in der Stauffenbergstraße ist unscheinbar. Oben drauf ist eine digitale Uhr befestigt. Auf schwarzem Grund zeigt sie in gelber Schrift, wie spät es ist: 11.39 Uhr. Links vor dem Häuschen stehen zwei Männer und eine Frau. Sie warten auf die Straßenbahn. Die Gleise zittern. Das Rauschen der Bahn ist leise zu hören. Sie kommt. Stoppt. Die Wartenden steigen ein. Die Türen schließen. Sie fahren davon. Eine junge Frau mit roten langen Haaren hat das Geschehen aus dem kleinen Gebäude heraus beobachtet. In ihrer weißen Bluse sieht sie schick aus. Der Kragen der Bluse ist mit einer blauen Schleife, die mit gelben Streifen verziert ist, geschmückt. Die Schwerinerin trägt eine schwarze Hose. Dazu bequeme schwarze Schuhe. Es ist die 26-jährige Swantje Merten. Ihr Dienst beginnt gleich. Um 12.09 Uhr findet ein Fahrerwechsel statt. Dann steuert sie die Linie 2. „Es macht Spaß. Ein Beruf, den ich noch viele Jahre ausüben möchte“, erzählt die junge Frau. Sie lächelt dabei.

Seit Ende Februar ist Swantje Merten nun Straßenbahnfahrerin. „Mein Traumberuf“, sagt sie mit leuchtenden Augen.

Vorher hat die gelernte Friseurin bereits als Fahrkartenkontrolleurin beim Nahverkehr Schwerin gearbeitet. „Viele Kollegen haben mich darauf angesprochen – werde doch Straßenbahnfahrerin, das liegt dir“, erzählt Swantje Merten freudig. Sie ergriff die Chance. Bewarb sich um eine freie Stelle. Machte den Führerschein für die Straßenbahn und erfüllte sich ihren Traum. „Es ist toll. Viele Fahrgäste kennen mich schon aus meiner Kontrolleurszeit“, berichtet Merten. Sie würden sich für sie freuen. Viele sie täglich lächelnd begrüßen. „Schwerin ist eben ein Dorf“, sagt sie schmunzelnd. Von vielen Stammfahrgästen kenne sie sogar schon die Haltestellen. „Es kommt auch mal vor, dass ich jemanden wecke – man kennt seine Pappenheimer“, sagt Swantje Merten und zwinkert mit einem Auge.

Die 26-Jährige ist eine von insgesamt acht Frauen, die beim Nahverkehr die Straßenbahnen lenken. „Der Rest sind Männer – etwa 45“, verrät sie. Das sie fast nur männliche Kollegen hat, störe Swantje Merten nicht. „Es macht Spaß und ich bin schlagfertig“, sagt sie mit einem verschmitzten Lächeln. Momentan könne sie sich keinen schöneren Beruf vorstellen. Ein Traum ist aber noch offen: „Irgendwann möchte ich den Busführerschein machen“, sagt die junge Frau und steigt in die Straßenbahn. Ihr Dienst beginnt.

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