Azubis aus Spanien : Sie bringen Sonne in die Orangerie

Spaß bei der Arbeit: Geschäftsführer Frank Lindemann (M.) schätzt an seinen spanischen Auszubildenden ihre Freundlichkeit, Fleiß und Hilfsbereitschaft.
Spaß bei der Arbeit: Geschäftsführer Frank Lindemann (M.) schätzt an seinen spanischen Auszubildenden ihre Freundlichkeit, Fleiß und Hilfsbereitschaft.

Sechs junge Azubis aus Mallorca machen bei den Schweriner Schloss Localitäten eine dreijährige Ausbildung und ernten viel Lob

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13. August 2015, 16:00 Uhr

Jorge ist das Nesthäkchen und braucht noch ein bisschen Deutsch-Nachhilfe. Dayana hat ihre ursprüngliche Schüchternheit überwunden, Christian ist der kreative Schöngeist – die drei spanischen Azubis lachen, wenn ihre deutsche Chefin Jacqueline Lindemann-Retzlaff in der Orangerie des Schlosses augenzwinkernd ein paar ihrer Eigenheiten aufzählt. „Was aber alle auszeichnet: Sie sind ganz liebe Leute mit viel Sonne im Herzen. Sie sind sehr höflich, zuvorkommend und hilfsbereit. Wir haben schon viel von ihnen gelernt.“

Jacqueline Lindemann-Retzlaff und ihr Mann Frank Lindemann betreiben seit Frühjahr 2013 die Schweriner Schloss Localitäten – Orangerie, Landtagskantine und Schlosscafé. Rund 20 Mitarbeiter beschäftigen sie in der Saison, sie bewirten Einheimische, Tagestouristen ebenso wie Hochzeitsgesellschaften, Geburtstagsfeiern oder prominente Gäste des Landtages. Zuvor führte das Paar den alten Schlachthof am Bleicherufer. „Eigentlich wollten wir keine Azubis mehr nehmen, weil wir in den vergangenen Jahren schlechte Erfahrungen gemacht haben“, sagt Frank Lindemann. Aber mit den sechs jungen Leuten aus Mallorca, die durch das Bundesprogramm „Mobi Pro“ nach Schwerin gekommen sind, ist er mehr als zufrieden. Alle sind Anfang zwanzig, alle stammen aus Mallorca und alle haben dort schon in großen Hotels gearbeitet. Aber einen Ausbildungsabschluss haben sie nicht bekommen. Genau den holen sie in Schwerin nach. Brandon, Alicia, Andrees und Dayana lernen Restaurantfachkraft, Jorge und Christian wollen Köche werden. Sie alle leben nahe beieinander in kleinen Wohnungen auf dem Dreesch. Den Kontakt nach Hause halten sie problemlos via Facebook, WhatsApp oder Skype. An Deutschland mögen sie weniger das kalte Wetter, schätzen aber die entspannten, freundlichen Gäste sowie das Arbeitsklima und -tempo. „Auf Mallorca habe ich in einem Resort mit sieben Hotels und 3000 Gästen gearbeitet“, erzählt Brandon. Sechs Tage die Woche zehn bis zwölf Stunden laufen und hetzen von der ersten Minute an – das war Stress pur. „Gut bezahlt, aber viel zu tun“, fasst Alicia zusammen.

In Schwerin schmieden die Spanier nach ihrem ersten Ausbildungsjahr schon mal Pläne für die Zukunft. Brandon träumt von einer eigenen Bar, die anderen von Jobs in der ganzen Welt. Mit dem deutschen Abschluss haben sie gute Chancen.

„Mobi Pro“ unterstützt seit Januar 2013 junge EU-Bürger bei einer Berufsausbildung in Deutschland. Die veranschlagten Fördermittel für die Jahre 2013 bis 2018 belaufen sich auf 560,1 Millionen Euro. In Westmecklenburg gibt es aktuell 308 Azubis, die mit „Mobi Pro“ hierher gekommen sind.

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