Schweriner Spielleute : Sie bringen die Flötentöne bei

Erfahrene Flötisten, Trommler und Schüler proben gemeinsam jeden Freitagabend in der Aula der Friedensschule.
Erfahrene Flötisten, Trommler und Schüler proben gemeinsam jeden Freitagabend in der Aula der Friedensschule.

Schweriner Spielleute begleiten Martensmann, Lampionumzüge oder Erntefeste – und würden sich über mehr junge Musiker freuen

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23. Januar 2018, 12:00 Uhr

Hier macht Stehenbleiben und Lauschen sogar an einem verregneten, kalten Januarabend in tiefer Dunkelheit Spaß: Fröhliche Flötenmusik dringt jeden Freitagabend aus der Friedensschule. „When the Saints go marching in“ ist deutlich zu erkennen, schmissig gespielt, so dass der Fuß schnell im Takt mitwippt. Das erstaunliche Abend-Konzert mit Flöten, Trommeln und Lyra geben die Schweriner Spielleute. Jeden Freitag von 17 bis 20 Uhr proben sie in der Aula.

Die Mitspieler sind zwischen 8 und 52 Jahre alt, die einen spielen schon sehr lange, andere erst seit ganz kurzer Zeit ihr Instrument. Anke Wiesner gehört zu den Gründungsmitgliedern aus dem Mai 1990, war zuvor Mitglied im Schulorchester, das zu Wendezeiten so wie viele andere aber aufgelöst wurde. Gleich vor Anke Wiesner bläst die elfjährige Luisa in ihre klappenlosen Querflöte. Sie ist erst seit einem Jahr dabei. Das Mecklenburglied hat sie aber schon ziemlich gut drauf. Und Spaß macht ihr das Konzertieren ganz offensichtlich auch.

Seit 27 Jahren sorgen die Schweriner Spielleute bei Laternenumzügen, auf Ernte- und Dorffesten, bei Jubiläen, Einschulungen oder Geburtstagen für den richtigen Ton. Fast alle Schweriner kennen sie als schallende Begleiter des Martensmannes auf seinem Weg vom Schloss zum Marktplatz. Bei ihren Auftritten tragen die Spielleute Uniformen, angelehnt an die Spielmannszüge der Feuerwehren. „Wir haben etwa 30 Auftritte pro Jahr, unsere Hauptsaison ist der Herbst“, sagt Vereinsvorsitzende Simone Kort. In den Winterferien gibt es das beliebte Probenlager. Von Sonnabend bis Dienstag wird unter Leitung von Nora Tschersich tagsüber musiziert, am Abend gibt es Gesellschaftsspiele oder winterliches Grillen. Neben der Musik ist es auch die Gemeinschaft, die die Spielleute – zu zwei Drittel übrigens Damen – zusammenhält. „Das trägt einen auch durch viele Tiefen im Leben“, sagt Simone Kort. Viele Freundschaften sind im Laufe der Jahre entstanden. Einige Spielleute hat es inzwischen nach Braunschweig, Lüneburg oder Kiel verschlagen. „Beim Probenlager sind sie aber wieder dabei“, sagt Anke Wiesner.

43 Mitglieder hat der Verein heute, etwa 35 spielen aktiv ihr Instrument. Nachwuchs ist immer gern gesehen, Vorkenntnisse braucht man nicht. Die Spielleute selbst bringen ihren Anfängern das Musizieren von der Pike auf bei - inklusive Notenlesen. Auch die Instrumente und die Uniformen werden vom Verein gestellt. Wer Lust hat mitzumachen und Polkas, Marschmusiken oder die Biene Maja zu lernen – das aktuelle Repertoire umfasst 30 Lieder –, der kann freitags um 17 oder 18 Uhr zur Friedensschule kommen, wenn die Musiker zur Probe eintreffen. Danach wird die Tür abgeschlossen. Auch die Jahreshauptversammlung am 10. März ist ein guter Start-Termin, sagt Anke Wiesner. Die beginnt um 15 Uhr in der Friedensschule, um 11 Uhr starten schon Proben. Zur vollen Stunde ist dann Einlass für Interessierte am Haupteingang.

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