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Zeitung für die Landeshauptstadt

22. November 2017 | 05:01 Uhr

Sie arbeiten jetzt für Nestlé

vom

svz.de von
erstellt am 01.Nov.2013 | 08:28 Uhr

Schwerin / | Gruppenfoto exklusiv für die SVZ vor dem fast fertigen Rohbau des neuen Nestlé-Werkes in der Landeshauptstadt: Nach einem aufwändigen Bewerbungs- und Auswahlverfahren und ersten Schulungen haben 25 neue Mitarbeiter ihren Job beim Schweizer Weltkonzern sicher. Noch bis Januar werden sie fachlich auf ihre neue Aufgabe vorbereitet, um dann in zwei Teams - Produktion und Technik - den Betrieb im Nestlé-Werk anzuschieben. Bis dann voraussichtlich im kommenden Mai die offizielle Produktion der Kaffee-Kapseln in den Göhrener Tannen anläuft, werden die ersten Schweriner Nestlé-Mitarbeiter selbst Ausbilder für die hochmodernen Anlagen geworden sein. Der Weg bis dahin ist eine Herausforderung.

"Um für die vielen verschiedenen Jobs die passenden Bewerber zu finden, hatten wir uns entschieden, mit der Schweriner Agentur für Arbeit und Randstad zusammenzuarbeiten", erklärt Matthias Behner, Personalleiter im Schweriner Nestlé-Werk. Speziell dafür hatte die Arbeitsagentur ein Team zusammengestellt, das ausschließlich für die Rekrutierung der neuen Mitarbeiter zuständig ist. Dieses prüfte die eingehenden Bewerbungen und traf eine Vorauswahl. Anschließend führten die Experten von Randstad erste persönliche Gespräche mit geeigneten Kandidaten.

"Ich hatte über die Medien von der Nestlé-Ansiedlung in Schwerin gehört und mich bei der Arbeitsagentur beworben", erzählt Dirk Utke-Wöhlke. "Ich habe Arbeit in der Nähe gesucht", sagt der Schweriner, der lange Zeit in die alten Bundesländer gependelt war und zuletzt für ein hiesiges Unternehmen unterwegs war. Der Elektromeister überzeugte mit seiner Erfahrung. Es folgten ein Telefon-Interview und eine Art Vortest bei Randstad. Das Unternehmen, das von vielen nur als Zeitarbeitsfirma wahrgenommen wird, ist einer der führenden Personaldienstleister in Deutschland. "In dem Test ging es um technisches Verständnis. Ich fand das gut. So konnte Nestlé sich sicher sein, dass sich niemand durchs Bewerbungsverfahren mogelt", sagt Utke-Wöhlke.

Das bestätigt auch sein Kollege Jörg Lüdemann. "Das Auswahlverfahren war logisch und zielführend aufgebaut. Erst nach Arbeitsagentur und Randstad kam es zum tatsächlichen Bewerbungsgespräch bei Nestlé", sagt der Wismaraner, der in den vergangenen 23 Jahren in Hamburg tätig war, die letzten 15 Jahre als Rollen-Offset-Drucker. "Seit zwei Jahren wohne ich wieder in Wismar und war immer zur Arbeit nach Hamburg gefahren. Jetzt ins Schweriner Nestlé-Werk ist die Anfahrt nur etwas mehr als eine halbe Stunde lang." Auch ihm hat die Erfahrung an Maschinen und im Produktionsprozess geholfen, sich den hohen Anforderungen des Kaffeeproduzenten zu stellen. Dennoch: "Angesichts des hohen Bewerbungsdrucks freut man sich nicht nur, sondern ist auch ein ein bisschen stolz, jetzt Teil des Inbetriebnahme-Teams zu sein", sagt Lüdemann lächelnd.

Doch vor der Arbeit steht das Lernen. Alle 25 neu eingestellten Nestlé-Mitarbeiter absolvierten einen Englisch-Kurs - individuell auf die Ausgangsvoraussetzungen zugeschnitten. "Das hat wirklich geholfen", bilanziert Lüdemann. In den vergangenen Wochen konnten sie das Erlernte bereits effektiv anwenden. Denn das Schweriner Team erhielt Einblick in die Praxis in Werken in Spanien, England und Deutschland. Utke-Wöhlke und Lüdemann waren im englischen Tutbury. "Uns wurden die Maschinen erklärt, wir haben den Produktionsablauf verfolgt und erhielten von hervorragenden Trainern die Theorie dazu", berichtet Utke-Wöhlke. Und Lüdemann ist immer noch begeistert von der Kapsel-Produktion: "Das ist Hochtechnologie: Moderner und schneller als das, was ich von den Rollen-Offset-Druck-Maschinen kannte." Sein Kollege bestätigt: "Mich hat vor allem die Schnelligkeit des Ablaufs beeindruckt."

Auch wenn beide noch mitten in der Ausbildung stecken - die ersten Maschinen werden in Schwerin erst im neuen Jahr aufgebaut - steht ihr Fazit schon fest: "Unsere Vorbereitung durch das Projekt-Team in Schwerin war schon perfekt, auch vom Menschlichen her, das hat sich in England nicht geändert", so Utke-Wöhlke.

Für Personalleiter Behner kommt dieses Lob nicht unerwartet. "Wir erwarten viel von unseren Mitarbeitern. Deshalb versuchen wir auch, sie größtmöglich zu unterstützen." Die nächsten zwei Monate werden Lüdemann, Utke-Wöhlke und ihre 23 Kollegen weiterhin abwechselnd Einarbeitungs- und Trainingseinheiten absolvieren - darunter mehrwöchige im Ausland. Dann steht eine neue Herausforderung an: Die Produktionslinien werden auch mit ihrer Arbeit komplettiert und parallel müssen sie ihre neuen Kollegen einarbeiten, die Nestlé in Zusammenarbeit mit der Schweriner Arbeitsagentur und Randstad in den kommenden Wochen finden möchte. Diese wollen das, was die 25 ersten Schweriner Nestlé-Mitarbeiter schon seit Wochen in der Tasche haben: einen unbefristeten, tarifgebundenen Arbeitsvertrag für ein hochmodernes Werk in Schwerin.

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