Flüchtlinge : Sicheres Gefühl in Stern Buchholz

Neuankömmlinge in Stern Buchholz: Aus Syrien, der Ukraine, Albanien, Serbien und Afghanistan stammen die Flüchtlinge, die aktuell in der Erstaufnahmestelle auf dem ehemaligen Kasernengelände untergebracht sind.   Fotos: Christian Koepke (4)
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Neuankömmlinge in Stern Buchholz: Aus Syrien, der Ukraine, Albanien, Serbien und Afghanistan stammen die Flüchtlinge, die aktuell in der Erstaufnahmestelle auf dem ehemaligen Kasernengelände untergebracht sind. Fotos: Christian Koepke (4)

Knapp 300 Flüchtlinge leben in der neuen Erstaufnahmestelle vor den Toren Schwerins

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14. Juli 2015, 08:00 Uhr

„In meiner Heimat herrscht Krieg. Alles ist zerstört. Es geht einfach nicht mehr weiter.“ Mohamed kommt aus dem syrischen Aleppo. Der 25-Jährige, gezeichnet von den Erlebnissen der jüngsten Vergangenheit, gehört zu den ersten Flüchtlingen, die in der Erstaufnahmeeinrichtung in Stern Buchholz aufgenommen wurden. In Deutschland fühle er sich sicher, sagt Mohamed erleichtert.

Knapp 300 Asylbewerber leben gegenwärtig auf dem ehemaligen Kasernengelände vor den Toren Schwerins. Sie stammen aus Syrien, der Ukraine, Albanien, Serbien und Afghanistan. Seit dem 1. Juni ist die Außenstelle der zentralen Einrichtung in Nostorf/Horst bei Boizenburg geöffnet. „Wir befinden uns noch in der Startphase“, erklärt Leiter Heiko Stroth vom Malteser Hilfswerk. Die Malteser bewirtschaften die Unterkunft im Auftrag des Landes. Mehr als 20 Mitarbeiter zählt das Team, das die Flüchtlinge rund um die Uhr betreut. Dazu kommt noch ein Sicherheitsdienst. „Auch viele Bürger bieten uns ihre Hilfe an“, berichtet Stroth.

Der Betrieb laufe bislang ohne Probleme, unterstreicht Wolfgang Isbarn, Abteilungsleiter beim zuständigen Landesamt für innere Verwaltung. Noch einmal 150 Plätze werden nach seinen Angaben in Stern Buchholz in Kürze zur Verfügung stehen. Erster Anlaufpunkt in MV bleibe aber die Hauptstelle bei Boizenburg, so Isbarn. „Dort werden alle Asylbewerber zunächst registriert und medizinisch untersucht.“ Viele der Flüchtlinge seien traumatisiert, müssten bei ihrem weiteren Aufenthalt in Deutschland psychologisch betreut werden.

Etwa drei Wochen bleiben die Asylbewerber in Stern Buchholz, dann werden sie auf die Kommunen verteilt. Untergebracht sind sie in einfach eingerichteten Drei-, Vier- und Fünf-Bett-Zimmern. Es gibt Räume zum Fernsehen und Sporttreiben. Christen und Moslems können in eigenen Zimmern beten. Treffpunkt ist ein „World Café“. Gegessen wird in der Kantine. Weil die muslimischen Flüchtlinge noch bis zum 17. Juli den Ramadan feiern, werde derzeit auch um 22 Uhr, also nach Einbruch der Dunkelheit, eine warme Mahlzeit ausgegeben, betont Leiter Stroth.

„Die Flüchtlinge sind sehr dankbar für die Betreuung“, erzählt Malteser-Mitarbeiter Amir Hanna, der selbst aus Ägypten stammt, aber fließend Deutsch spricht und deshalb mit seinen Sprachkenntnisse besonders für die Flüchtlinge aus dem arabischen Raum eine große Hilfe ist. Auch Mohamed hat sich bei Amir Hanna Rat geholt. Er möchte in Deutschland ein neues Leben beginnen. „Zuerst will ich die Sprache lernen und mir dann eine Arbeit suchen.“ Der 25-Jährige ist nicht allein in die Bundesrepublik gekommen. Seine Frau ist ebenfalls aus Syrien geflohen. Sie erwartet ein Kind.

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