Rollator-Training in Schwerin : Sicher auf zwei Beinen und vier Rädern

Der Einstieg in den Bus erfordert von  gehbehinderten Senioren  ein bisschen Mut. Beim Training auf dem Klingberg-Platz gab es Tipps.
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Der Einstieg in den Bus erfordert von gehbehinderten Senioren ein bisschen Mut. Beim Training auf dem Klingberg-Platz gab es Tipps.

Er wurde in Schweden erfunden und ist aus dem Schweriner Stadtbild nicht mehr wegzudenken: der Rollator, die fahrbare Gehhilfe, die auch als kurzfristige Sitzgelegenheit dient. Doch der Rollator hat auch seine Tücken.

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05. September 2012, 10:36 Uhr

Schwerin | Er wurde 1978 in Schweden erfunden und ist heute aus dem Schweriner Stadtbild nicht mehr wegzudenken: der Rollator, die fahrbare Gehhilfe, die auch als kurzfristige Sitzgelegenheit dient. Doch der Rollator hat auch seine Tücken. An hohen Absätzen, wie Bordsteinkanten oder Busausstiegen, können die drehbaren Vorderräder einklappen und zu bösen Stolperfallen werden. "Gerade wenn ältere Menschen aus dem Bus steigen und sich der Rollator verkantet und plötzlich stoppt, kommt es manchmal zu schlimmen Stürzen. Die Senioren fallen mit dem Kopf voraus über den Rollator, weil sie den eigenen Schwung nicht mehr bremsen können", sagt Matthias Schröder, Betriebsleiter vom Sanitätshaus Solle. Sein Tipp: Am besten rückwärts aussteigen oder Mitmenschen um Hilfe bitten. Und einen passgenauen Rollator kaufen.

Matthias Schröder war gestern einer der Mitwirkenden des Rollator-Trainings am Bertha-Klingberg-Platz - eine Gemeinschaftsaktion von Landesverkehrswacht, Nahverkehr, Polizei, Sanitätshaus und Seniorenbeirat. "Wir wissen, dass viele Senioren in Schwerin zwar einen Rollator besitzen, sich aber nicht trauen, in öffentliche Verkehrsmittel einzusteigen, also zu Hause bleiben und vereinsamen", sagt Alexander Jöst vom Seniorenbeirat, der das Training initiierte. Genau ihnen soll ermöglicht werden, Schwerin auch im Alter selbstständig zu erleben.

Frieda Schubert, mit 100 Jahren die älteste Teilnehmerin gestern, hat schon einmal erlebt, dass die Straßenbahn losfahren wollte, obwohl sie mit ihrem Rollator noch gar nicht ganz drin war. "Ich habe laut gerufen und die Bahn hielt an, aber seitdem stehe ich ein wenig unter Schock", sagt die alte Dame. "Doch ich möchte gern wieder Bus und Bahn fahren - deshalb bin ich heute hier." Auch über die richtige Einstellung ihres Rollator lernte die 100-Jährige einiges, ebenso wie richtiges Verhalten im Bus.

Aufgrund der hohen Nachfrage wird es am 18. September um 10 Uhr ein weiteres Rollator-Training geben. Anmeldung nimmt der Nahverkehr unter Telefon 3990333 entgegen. Die Teilnehmer werden mit einem Sonderbus an ihrer nächstgelegenen Haltstelle abgeholt.

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