Landwirtschaft : Settiner plant zweite Güllelagune

Ein Bassin für Rindergülle nutzt Landwirt Jan-Nico Hagge bereits. Nun plant er eine zweite Güllelagune.
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Ein Bassin für Rindergülle nutzt Landwirt Jan-Nico Hagge bereits. Nun plant er eine zweite Güllelagune.

Gemeinde Tramm hat dem Vorhaben von Jan-Nico Hagge zugestimmt – Baubeginn für das 6000-Kubikmeter-Bassin ist im Frühjahr

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21. Dezember 2017, 08:00 Uhr

Sonnenschein, Palmen und eine üppige Vegetation werden es nicht werden, aber ein Reservoir für Rinder-Fäkalien: Landwirt Jan-Nico Hagge plant eine zweite Güllelagune auf dem Acker bei Settin. Der Landwirt hat bereits vor zwei Jahren ein Bassin für Rindergülle in der Nähe der Settiner Milchviehanlage gebaut und damit gute Erfahrungen gesammelt. Auch die Gemeindevertreter von Tramm können das bestätigen. „Wir haben jetzt dem Antrag für eine weitere Güllelagune zugestimmt, denn die Vorteile dieser Lagerung liegen auf der Hand und sind nachvollziehbar“, erklärt Bürgermeister Manfred von Walsleben.

Auf dem Acker werde ein großes Becken ausgehoben, die anfallende Erde als Wall rundherum aufgeschüttet. „Das ganze wird mit einer dicken Folie ausgekleidet, eine Art Drainage für die spätere Prüfung verlegt und dann kommt eine weitere Folie oben drauf“, erklärt Hagge den Aufbau in Kurzform. Der Landwirt will sich damit mehr Planungssicherheit bei der Ausbringung von organischem Dünger verschaffen. „Es liegt nicht allein an der neuen Düngeverordnung. Wir Bauern wollen auch weiterhin selbst bestimmen, wann gedüngt wird. Nämlich, wenn es Sinn macht“, sagt Jan-Nico Hagge. Die Witterung in diesem Jahr habe so manchen Landwirt Schwierigkeiten bereitet. „Die Flächen waren zu nass, man konnte so gut wie nichts ausbringen“, merkt der Bauer an. Er kennt auch den Gegenwind, den Güllelagunen in machen Ländern bei der Bevölkerung hervorrufen. „In diesem Fall wird in der Lagune Rindergülle gelagert. Die organische Masse schwimmt oben und fungiert wie ein Geruchsverschluss“, erläutert Jan-Nico Hagge. Zudem werde so eine Güllelagune – wie auch in diesem Fall – mitten auf dem Feld eingerichtet. „Die Häuser sind in weiter Entfernung, die Geruchsbelästigung ist quasi nicht vorhanden“, schiebt er hinterher. Und auch logistisch sieht Hagge viele Vorteile bei so einer Anlage. Die Gülle solle mit Hilfe von Schläuchen beziehungsweise einem Rohrsystem vom Rinderstall zur Lagune gepumpt werden. „Es gibt also keine Transport-Kolonnen durch die Ortschaften und wir können den organischen Dünger direkt auf die angrenzenden Felder ausbringen“, sagt Jan-Nico Hagge.

Die neu geplante Anlage schluckt einen Teil der Gülle, die durch die 500 Milchkühe und die eigene Nachzucht anfallen. Sie ist 60 Meter lang und 40 Meter breit – das Bassin hat ein Volumen von 6000 Kubikmeter – fast 36 000 volle Badewannen. Und sollte die Güllelagune irgendwann nicht mehr benötigt werden, könne sie leicht zurückgebaut werden, meint der Landwirt und führt als vergleich Betonbecken oder Silos an.

Wann die Arbeiten beginnen, steht noch nicht fest. „Wir planen aber einen Start im kommenden Frühjahr“, sagt Jan-Nico Hagge. Entscheidend sei unter anderem die Witterung. Die starke Folie, die laut Vorschrift verbaut wird, lasse sich erst bei einer Temperatur ab 7 Grad Celsius verschweißen. Der Bauer ist aber zuversichtlich, dass die Güllelagune in der ersten Jahreshälfte 2018 fertig wird.

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