André Brie nach schwerem Unfall wieder im Landtag : Sensibler und emotionaler

André Briedpa
André Briedpa

Im März war der Landtagsabgeordnete der Linken, André Brie, eine Kellertreppe hinabgestürzt und hatte sich schwer verletzt. Er lag sogar im künstlichen Koma. Heute nimmt er wieder an den Debatten des Landtages teil.

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26. September 2012, 10:08 Uhr

Schwerin | Anfang März war der Landtagsabgeordnete der Linken, André Brie, die Kellertreppe seines Hauses hinabgestürzt und hatte sich bei dem Unfall sechs Schädelbrüche und Verletzungen an Rippen, Schulter und Lunge zugezogen. Wenige Tage vor seinem 62. Geburtstag mussten ihn die Ärzte in ein künstliches Koma versetzen. Inzwischen ist der gebürtige Schweriner wieder im politischen Tagesgeschäft und wird heute an den Debatten des Landtages teilnehmen.

"Mir geht es physisch ausgesprochen gut", sagte Brie gestern gegenüber unserer Redaktion. Folgen der schweren Verletzungen spüre er allerdings immer noch. Zweimal in der Woche jeweils ein bis zwei Stunden muss er noch zu Weiterbehandlungen nach Plau am See.

Der tragische Unfall habe sein Leben verändert. "Meiner Meinung nach bin ich sensibler, emotionaler und nachdenklicher geworden", so der Politikwissenschaftler. Er habe in den letzten Monaten die Sorge und Unterstützung seiner Familie, vieler Freunde und Bekannten auch aus fast allen anderen Parteien erfahren.

Neben seiner Arbeit im Landtag habe er auch die im Wahlkreis wieder voll aufgenommen. Verbraucherschutz und Europapolitik seien nach wie vor seine wichtigsten politischen Themen. "Immerhin habe ich durch den Rechts- und Europaausschuss nicht nur Mitgefühl erleben können, sondern gerade auch die Bereitschaft, Positionen und Anträge von mir ernst zu nehmen", sagte Brie, der dem Landtag seit September 2011 angehört. Der Wahlkampfmanager war von seiner Partei zuletzt auch mit der Leitung des Wahlkampfes in Schleswig-Holstein beauftragt worden. Davon hielten ihn die Folgen seines Unfalls allerdings ab. Für den Bundestagswahlkampf der Linken im kommenden Jahr hat er sich viel vorgenommen. "Den werde ich sehr aktiv unterstützen."

Der gelernte Werkzeugmacher gehörte von 1994 bis 1998 dem Bundesvorstand der Linke-Vorgängerpartei PDS an. Von 1999 bis 2009 war er Europaabgeordneter. Der frühere Abrüstungsexperte der DDR gilt als einer der Vordenker der Linken.

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