Unfälle in Rugensee : Senke in Rugensee bleibt gefährlich

Dieter Ratajczak am zerstörten Gartenzaun: „Nur gut, dass beim Unfall kein Mensch der Bushaltestelle stand.“
Dieter Ratajczak am zerstörten Gartenzaun: „Nur gut, dass beim Unfall kein Mensch der Bushaltestelle stand.“

Anwohner fordern nach Unfällen neue Überprüfung der Verkehrssicherheit

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06. November 2017, 23:14 Uhr

Dieter Ratajczak treibt es wieder an die Bushaltestelle von Rugensee: Der jüngste Unfall vom Mitte Oktober lässt dem 75-jährigen Anwohner keine Ruhe. „Wir haben Glück gehabt, dass keine Menschen an der Bushaltestelle waren“, fügt Ratajczak hinzu. „Wieder einmal.“ Die Spuren der Irrfahrt eines alkoholisierten Kleintransporter-Fahrers über den Gehweg neben der Kreisstraße sind noch deutlich zu sehen: Die Zäune zu Grundstücken der Wochenend-Siedlung sind an mehreren Stellen beschädigt. Auch der Papierkorb am Unterstand für die Wartenden hat eine Beule. Und einige Meter weiter hat ein Alleebaum etwas abbekommen. „Ein paar Wochen zuvor verunglückte an gleicher Stelle ein Traktor mit Anhänger, der Kartoffeln geladen hatte“, erzählt Günter Zielke vom Vorstand der Wochenend-Siedler, die gleich hinter der Bushaltestelle ihr Areal haben. „Die Kurve hier in der Senke ist gefährlich“, ergänzt Zielke. „Und die wird oft unterschätzt.“ Jetzt im Herbst ist es wieder rutschig und wenn der Frost kommt, wird es richtig glatt. „Hier muss etwas passieren, bevor es richtig kracht“, fordert Ratajczak. Am liebsten wäre den Rugenseern ein fester Blitzer. Denn Schilder und mobile Tempo-Kontrollen bringen nichts – so die Erfahrung der Anwohner. So wurde auf Initiative der Eltern ein Hinweisschild „Freiwillige 30“ aufgestellt. Doch daran oder ans reguläre Tempolimit von 50 Kilometer pro Stunde würden sich nur wenige Autofahrer halten. Und die wenigen Male, an denen in Rugensee geblitzt wurde, hätten nichts gebracht. Günter Zielke: „Da gab es sofort Warnung im Radio oder unter den Autofahrern“. Einen Effekt für die Verkehrsberuhigung jedenfalls konnten die Anwohner nicht erkennen.

Das Problem hier ist dabei nicht neu: Bereits im Frühjahr 2015 machten die Wochenend-Siedler auf die gefährliche Situation an der Kreisstraße von der B 106 bei Lübstorf nach Alt Meteln aufmerksam. Auch damals nach einer Unfallserie. Eine danach vom Nordwestkreis durchgeführte, automatische Verkehrszählung ergab, dass die Anzahl der Fahrzeuge zu gering für konkrete Maßnahmen sei. Und an das 50er Tempolimit hatte sich während dieser Kontrolle die große Mehrheit der Fahrer gehalten .

„Wir werden jetzt dennoch auf den Landkreis zugehen, damit wir uns gemeinsam die Situation in Rugensee nochmals anschauen“, sagt der Lübstorfer Bürgermeister Michael Gräning. Für das Gemeindeoberhaupt ist die Senke in Rugensee ein Unfallschwerpunkt.

In der offiziellen Einschätzung durch die Verkehrsbehörde des Nordwestkreises sieht das aber anders aus. Dort ist die Kreisstraße durch Rugensee nicht einmal als Unfallhäufungsstelle aufgeführt. Elf Unfälle in den zurückliegenden drei Jahren, darunter ein schwerer Unfall und zwei mit leicht verletzten Personen, seien zu wenig für eine entsprechende Einstufung, heißt es in einer Presseinformation. Die beiden Unfälle in diesem Jahr hatten auch nichts mit Mängeln an der Straße, sondern mit Fehlern der Fahrzeugführer zu tun. Dennoch überprüfe die Straßenverkehrsbehörde auch diesen Ort regelmäßig. Mittelfristig sei hier eine weitere, verdeckte Messung der Verkehrsflusses zur Aktualisierung der Daten und der Neubewertung geplant, heißt es auf Nachfrage unserer Redaktion.

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