Beiräte: : Senioren wollen Schwerin beleben

Neue Bereiche erschließen und Druck auf alte Strukturen machen

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05. Dezember 2014, 08:00 Uhr

Ein High-Tech-Bettvorleger, der beim Aufstehen Licht und Heizung aktiviert, eine elektronische Hilfe, die Ältere an ihre Tabletten erinnert, oder ein Rollator mit eingebautem Navigationssystem. „Moderne Technik kann Älteren und Behinderten den Alltag erleichtern und die Eigenständigkeit sichern“, sagt Siegfried Schwinn, frisch gewählter Vorsitzender des Seniorenbeirates. In Deutschland würden mehr Rollatoren verkauft als Autos, fügt er hinzu.

Damit Senioren und Behinderte in Schwerin künftig mehr über die nützlichen elektronischen Helfer erfahren, wollen ihre neuen Beiräte mehr darüber informieren. „Natürlich ist nicht alles sinnvoll, vieles ist auch einfach zu teuer, aber einiges lohnt sich auch“, sagt Sylvia Hoellger vom Behindertenbeirat.

Über moderne, technische Hilfsmittel informieren ist nur ein Punkt auf der Liste, die sich Senioren- und Behindertenbeirat für die angelaufene Legislaturperiode fett markiert haben. „Fast überall in Schwerin drückt uns der Schuh“, sagt Schwinn und erzählt von den Sorgen, die Ältere in Schwerin schon seit Jahren umtreibt: Knapper werdender bezahlbarer Wohnraum, die hinkende Pflegesozialplanung, der Erhalt der Begegnungsstätten, zu viele Barrieren in Gaststätten und Arztpraxen. Kurz: „Wir haben viel zu tun“, sind sich Sylvia Hoellger und Siegfried Schwinn einig. Ihre Energie ist ungebrochen.

„Wir müssen näher an die Basis“, sagt Hoellger. Als erstes wollen die Ehrenamtlichen die Ortsbeiräte in den Stadtteilen stärker in die Pflicht nehmen. Die Gremien sollen durch die Beiräte besser informiert werden, wo Älteren und Behinderten in den Stadtteilen der Schuh drückt. Auch wollen die Beiräte künftig weiter in den Ausschüssen für Bauen, Bildung und Kultur präsent sein und dort ihr Rederecht nutzen. „Wir müssen dringend dafür sorgen, dass die Begegnungsstätten in den Stadtteilen erhalten bleiben“, so Sylvia Hoellger. Nachholbedarf gäbe es zudem in der Stadtverwaltung. Nicht nur der Behindertenparkplatz vor dem Stadthaus ist immer noch nicht barrierefrei. Auch die knapp 100 000 Euro, die das Land jährlich für die Pflegesozialplanung in Schwerin zur Verfügung gestellt habe, seien viel zu lange nicht abgerufen worden.

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