Seniorentarife fehlen in Schwerin : Senioren wollen ermäßigte Eintritte

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Mundpropaganda: Unter den Senioren hat sich das abwechslungsreiche und ermäßigte Zooangebot für ältere Menschen längst herumgesprochen. Archiv

In Schwerin bietet nur der Zoo ermäßigte Eintrittkarten für Senioren. Für den Seniorenbeirat ein positives Beispiel. Der Bereit sorgt sich aber nach dem Sparbeschluss um die Zukunft der kommunalen Kultureinrichtungen.

svz.de von
14. März 2013, 06:16 Uhr

Schwerin | Nach der Verabschiedung des Zehn-Millionen-Euro-Sparpaketes für die Landeshauptstadt sorgt sich der Seniorenbeirat Schwerins um die Zukunft des Speichers und des Schleswig-Holstein-Hauses. Vor allem das Ausstellungshaus in der Puschkinstraße sei bei der älteren Generation beliebt, wie Vorsitzender Wilfried Kroh erklärt. Allerdings habe es dort selten ermäßigten Eintritt für Senioren gegeben.

Ein Fehler? Immerhin ist mehr als ein Drittel aller Schweriner älter als 60 Jahre. Das ist nach Ansicht des Seniorenbeirates ein Grund, mehr für ältere Menschen in der Landeshauptstadt zu tun. Ein Vorschlag: Mit ermäßigtem Eintritt in Kultureinrichtungen können die Besucherzahlen steigen. Der Zoo macht es vor, wie Wilfried Kroh erklärt. Inzwischen fühlen sich im Tierpark viele Senioren sehr willkommen. "Das Angebot funktioniert und ist gleichzeitig viel Werbung für den Zoo", sagt Kroh. Manche würden auch ihre Enkel mitnehmen. Für 20 statt 35 Euro können ältere Menschen mit der Jahreskarte 365 Tage im Jahr etwa 1400 Tieren einen Besuch abstatten. Dazu gibt es eine Reihe von Sonderveranstaltungen. Jeden ersten Dienstag im Monat geht Hobbyfotografin Brigitte Leonhard mit den Senioren auf Fotosafari. Solche Angebote vermisst der Seniorenbeirat in anderen Einrichtungen der Landeshauptstadt.

"Früher gab es auch ermäßigten Eintritt im Mecklenburgischen Staatstheater", erzählt Peter Erdmann, der von der Tafel in den Seniorenbeirat delegiert worden ist. Solche Sonderangebote würden zurzeit fehlen. Es sei den älteren Menschen bewusst, wie wenig Geld die Stadt hat. "Das Theater kämpft jedes Jahr um die schwarze Null", so Erdmann. Aber billiger Eintritt könne auch die Sitze füllen und den Effekt so umkehren. Auch ein Kurzstreckenticket für Bus und Bahn würde fehlen - vor allem Ältere sind schlecht zu Fuß unterwegs und fahren auch gern mal nur eine Station mit der Straßenbahn.

Der Seniorenbeirat ist in Schwerin das Sprachrohr der älteren Generation. So ist er dazu verpflichtet, Beschlüsse der Stadtvertretung einzuordnen und schriftliche Stellungnahmen abzugeben. Dazu diskutieren die ehrenamtlichen Senioren mit den Politikern in den Fachausschüssen und haben auch Rederecht in der Stadtvertretung. 22 ehrenamtliche Mitglieder und acht potenzielle Nachrücker setzen sich für die Belange der älteren Schweriner ein.

Das nächste große Thema, dass den Senioren schon seit Langem auf den Nägeln brennt, ist es, den bezahlbaren Wohnraum in Schwerin zu sichern. Baudezernent Dr. Wolfram Friedersdorff setzt sich mit den Senioren dafür am kommenden Donnerstag, 21. März, von 10 Uhr an im Stadthaus im Raum E 070 zusammen, um sich die Anregungen und Befürchtungen anzuhören.

Das Beispiel Zoo zeigt, wie viel Mundpropaganda wert sein kann. Den Seniorenbeitrag erreichen viele positive Kritiken. Der Tierpark legt nach: In diesem Monat und in den Monaten Oktober, November und Dezember gibt es von 14.30 Uhr an Führungen durch das Humboldthaus und Schau fütterungen mit anschließendem Kaffeetrinken. Am 1. September erwartet das "Zoo-Theater" die Seniorengruppe von 13 bis 17 Uhr.

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