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Zeitung für die Landeshauptstadt

24. November 2017 | 21:39 Uhr

Lernhilfe in Schwerin : Senioren geben Wissen weiter

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schüler aus sozialschwachen Familien werden individuell gefördert / Ehrenamtliches Lernhilfe-Projekt gibt es seit zehn Jahren

von
erstellt am 08.Mär.2017 | 23:11 Uhr

Viermal im Jahr kommen sie zusammen, um sich bei einer Tasse Kaffee auszutauschen – Senioren, die beim Projekt „Lernhilfe für förderbedürftige Schüler“ mitmachen. Treffpunkt diesmal:
ein Klassenzimmer in der Heinrich-Heine-Schule. Insgesamt 21 Frauen und Männer, darunter viele ehemalige Lehrer, gehören zum Team. Ein gutes Dutzend Teilnehmer ist bei der Runde in der Schule in der Amtstraße dabei. „Solche Treffen sind wichtig, um sich gegenseitig auf dem Laufenden zu halten“, sagt die Initiatorin des Lernhilfe-Projektes, Heike Menz.

Seit gut zehn Jahren gibt es die Lernhilfe jetzt. „Im vergangenen Jahr konnten wir unser rundes Jubiläum begehen“, berichtet Menz, selbst frühere Lehrerin und ausgebildete Senior-Trainerin. Sich auf den bisherigen Erfolgen auszuruhen, kommt für die aktiven Senioren aber nicht in Frage: „Wir wollen unseren Teil dazu beitragen, dass die Gesellschaft besser funktioniert“, sagt Gisela Pohl. Kinder bräuchten eine individuelle Betreuung, die das Schulsystem nicht leisten könne. Deshalb gäbe es auch so viele Schulabbrecher, so Pohl.

Mehr als 50 Schüler in der Stadt werden aktuell gefördert, rund 1000 Stunden pro Schuljahr ehrenamtlich geleistet. Beim Projekt von Heike Menz entscheidet jeder Nachhilfe-Lehrer in Absprache mit der jeweiligen Schulleitung selbstständig, wie viele Förderstunden er in der Woche anbietet, hält den Kontakt zu den betreffenden Lehrern und den Eltern. „Gedacht ist die kostenlose Lernhilfe vor allem für Kinder aus sozialschwachen Familien“, erläutert die Initiatorin. Auch Mädchen und Jungen mit Migrationshintergrund kämen zunehmend in den Genuss der Förderung.

Das Ziel von Heike Menz und ihren Mitstreitern: Schüler aus der ersten bis zur zehnten Klasse sollen Wissenslücken in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik schließen. Vom Projekt würden aber beide Seiten profitieren, erklärt Menz, die selbst Förderunterricht an der John-Brinckman-Schule in der Weststadt erteilt. Lernschwache Schüler erreichten das Klassenziel, stärkten zugleich ihr Selbstbewusstsein, die Senioren hätten eine Aufgabe, könnten ihre beruflichen Erfahrungen einbringen, erhielten Dank und Anerkennung.

Der Förderunterricht mache ihr große Freude, bestätigt Marianne Scholz, die als Rentnerin nach einer Aufgabe suchte und nun Grundschüler an der Nils-Holgersson-Schule auf dem Großen Dreesch betreut. Für Rita Schuldt bedeutet das Lernhilfe-Projekt eine Rückkehr an die Schule, an der sie als junge Lehrerin ihre pädagogische Laufbahn begonnen hat. Sie kümmert sich um drei Viertklässler aus der Friedensschule, die Probleme in Mathematik haben. „Die Substraktion ist ein großes Thema“, erzählt Schuldt.

Ralf-Peter Müller unterstützt dagegen ältere Schüler. Der Sprung von der Schule ins Berufsleben falle vielen jungen Leuten schwer, berichtet der Senior. Um mit den geförderten Jugendlichen in Verbindung zu bleiben, geht Müller mit der Zeit, nutzt das Internet, korrespondiert per E-Mail.

Wer ebenfalls bei der Lernhilfe mitmachen möchte, kann sich unter der Telefonnummer 0385/5574962 an das Seniorenbüro wenden.

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