Stadtentwicklung : Senioren fragen – die OB antwortet

Ein leerstehendes Haus in der Goethestraße macht den Senioren Sorge. Weil Putz bröckelt wurde der Gehweg gesperrt. Mit dem Rollator kommt man nur schwer daran vorbei.
Ein leerstehendes Haus in der Goethestraße macht den Senioren Sorge. Weil Putz bröckelt wurde der Gehweg gesperrt. Mit dem Rollator kommt man nur schwer daran vorbei.

Seniorenbeirat hat Fragenkatalog zur Ehrenamtskarte, zum demografischen Wandel, zu Radfahrern und wildem Plakatieren vorgelegt

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28. September 2015, 12:00 Uhr

Einmal im Jahr trifft sich der Seniorenbeirat mit der Oberbürgermeisterin, um über Probleme und Fragen zu reden. Diesmal hatte das Gremium einen Katalog mit 14 Fragen schon im Vorfeld an Angelika Gramkow geschickt und um Beantwortung gebeten.

Doch die Oberbürgermeisterin sprach aus aktuellem Anlass zunächst über die Flüchtlingsproblematik. Sie nannte Zahlen, berichtete über den aktuellen Stand und lobte zum wiederholten Mal das ehrenamtliche Engagement in Schwerin und die Arbeit beispielsweise des DRK und der Feuerwehr. Was jetzt noch als Hilfe gebraucht werde, werde die Stadt in Kürze auch auf ihrer Internetseite veröffentlichen. Gramkow trat erneut immer noch kursierenden Gerüchten entgegen, dass die Hochhäuser in Lankow und in Neu Zippendorf als Flüchtlingsunterkünfte genutzt werden sollen. „Wir haben keine städtischen Liegenschaften mehr, die als Notunterkunft dienen können. Und Sporthallen dafür zu nutzen, schließe ich aus“, sagte Angelika Gramkow. Die jetzt in Süd als Notaufnahme vorbereiteten ehemaligen Internate seien im Privatbesitz. Im Übrigen sei es Sache des Landes, Notquartiere zu suchen. Sie dementierte auch, dass Flüchtlinge und Asylbewerber beispielsweise bei Ladendiebstählen ungeschoren davon kommen. So etwas werde wie bei jedem anderen Täter angezeigt.

Am Ende kam Oberbürgermeisterin Gramkow doch noch auf die Fragen des Seniorenbeirates zu sprechen. Die Themen reichten von den alten Straßenbahnschienen in der Schlossgartenallee bis zur demografischen Entwicklung und die Reaktionen der Stadt darauf.

Angelika Gramkow sprach sich dagegen aus, dass ein Konzept, wie auf den demografischen Wandel umzugehen sei, erarbeitet wird. „Dieses Thema müssen wir bei jeder Entscheidung berücksichtigen. Ein Konzept bringt uns da nicht weiter.“

Zum wilden Plakatieren in der Stadt bekannte die Oberbürgermeisterin, dass es schwierig sei, etwas dagegen zu tun, so lange der Platz für Autos und Fußgänger nicht eingeschränkt wird. Die Werbesatzung werde aber überarbeitet, um das Plakatunwesen einzuschränken.

Ständiges Ärgernis der Senioren sind rücksichtslose Radfahrer in der Innenstadt. Der Ordnungsdienst habe da wenig Handhabe. Die Polizei hat in den vergangenen Monaten verstärkt kontrolliert. Eine Auswertung liege noch nicht vor. „Ich hoffe aber, dass wir Radfahrer vernünftig werden“, sagte Angelika Gramkow.

Auf die Frage nach der Ehrenamtskarte machte die Oberbürgermeisterin wenig Hoffnung. Die Hauptforderungen des Ehrenamtes nach freiem Parken und freier Fahrt mit dem Nahverkehr sei nicht erfüllbar. Die Einnahmeausfälle des Nahverkehrs müsste die Stadt ausgleichen – der aber fehlt das Geld. Möglicherweise, so Gramkow, müsse sie am Tag des Ehrenamtes Anfang Dezember auch sagen, dass es eine Ehrenamtskarte in Schwerin nicht geben werde.

Und auch zu den Straßenbahnschienen in der Schlossgartenallee hatte die OB eine Auskunft. Die kommen erst raus, wenn die Straße saniert wird. Wann, das steht noch nicht fest.

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