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Zeitung für die Landeshauptstadt

20. November 2017 | 10:52 Uhr

Crivitz : Senioren bangen um ihren Treff

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bürgermeisterin will nun mit ihnen reden

von
erstellt am 12.Mai.2015 | 07:45 Uhr

Gemeinsam ein bisschen Zeit verbringen. Stricken, häkeln. Oder auch mal die grauen Zellen beim Kartenspiel etwas tanzen lassen. Als kleiner Anreiz wandern auch Cent-Beträge über den Tisch. Aber alles eben nur, um nicht allein zu Hause zu sitzen und zu versauern. Denn wie es ist, wenn sich zwei Wochen die Tür zum Crivitzer Seniorentreff nicht öffnet, das wissen die Frauen um Christel Thomas und Gerdi Janke sehr gut. Vor wenigen Wochen hatte ihre Betreuerin Christa Bothe für 14 Tage frei. Bislang wurde ihre Urlaubszeit mit Vertretungen durch Diakonie-Mitarbeiter geregelt. Schließlich ist die Diakonie-Sozialstation Betreiber des Crivitzer Seniorentreffs, mit finanzieller Unterstützung durch die Stadt. „Aber da blieb die Tür zu und wir mussten zwei Wochen zu Hause hocken. Das ist wirklich blöd“, findet Gerdi Janke klare Worte und scheint immer noch sauer zu sein. Schließlich gehe es ihr nicht alleine so.

Von Montag bis Freitag ist die Begegnungsstätte von 13.30 bis 16.30 Uhr für jedermann geöffnet. Der Zuspruch ist groß. „Täglich sind um die 15 Personen da. Mittwochs, wenn die Handarbeitsgruppe kommt, sind es nicht selten sogar 25 Gäste“, erklärt Christa Bothe und schaut auf die Zahlen ihrer Statistik. „Ich kann das belegen.“

Von der Stadt und der Diakonie fühlen sich die Senioren im Stich gelassen: „Mit uns spricht niemand. Die Bürgermeisterin war noch nicht einmal hier. Das ist doch traurig. Gehören die Senioren etwa nicht zur Stadt?“, fragt Christel Thomas empört. Die anderen Damen stimmen ihr kopfnickend zu. Immerhin gehe es hier nicht allein um einen Spielenachmittag. Ihre Runden im Seniorentreff seien noch mehr: „Wir machen gemeinsame Ausflüge zur Therme, fahren auch zum Einkaufsbummel, zu Stadtbesichtigungen oder schauen uns Kultur an“, sagt Gerdi Janke. Und das stets auf eigene Kosten. „Meine Stelle wird von der Stadt mitfinanziert, das ist richtig. Aber alles andere wird von den Senioren getragen. Und ganz ehrlich, ehrenamtlich ist diese Arbeit hier nicht zu leisten“, versichert Christa Bothe.

Ein Vorschlag der Frauenrunde, den Preis für Getränke und Kaffeegedeck zu erhöhen, um so eine kleine Entlastung zu schaffen, blieb bisher ohne Kommentar. „Wir haben das der Stadt und auch der Diakonie vorgeschlagen. Eine Reaktion gab es nicht“, sagt Christa Bothe.

Die Diakonie-Sozialstation wollte sich gegenüber SVZ nicht zu dem Thema äußern. Bei der Stadt hieß es jedoch, man werde sich um das Thema kümmern. „Es ist sehr traurig, dass es mit einer Vertretung in der Urlaubszeit nicht geklappt hat. Das tut uns auch leid. Ebenso, dass die Damen Sorge um ihren Seniorentreff haben“, sagte Hartmut Paulsen, Vorsitzender des Diakonievereins Crivitz. Am Mittwoch wollen er, die Bürgermeisterin und Vertreter der Diakonie-Sozialstation im Senioren-Treff vorbeischauen, um mit den Besuchern zu reden. „Es wird Neuerungen geben. Das Bürgerhaus soll offener gestaltet werden, aber Sorge um den Treff muss niemand von den Senioren haben“, versicherte Paulsen.

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