Sellering warnt vor Fremdenhass

„Bürgerwehr Güstrow“ macht weiter Stimmung

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07. April 2015, 15:24 Uhr

Vor Fremdenhass hat Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) gestern bei einer Info-Veranstaltung gewarnt. Dabei ging es um die Pläne zu einer neuen Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes für Asylbewerber in Stern-Buchholz bei Schwerin. „Gemeinschaftlichkeit und gute Nachbarschaft mit den Flüchtlingen sind der beste Schutz, weil Rechtsextreme dann mit Hetze und Provokationen keine Chance zum Andocken haben“, so der Regierungschef. In der ehemaligen Kaserne Stern-Buchholz soll in den nächsten Wochen eine Zweigstelle mit 450 Plätzen entstehen. Die Erstaufnahme in Horst ist mit 600 Betten ausgelastet.

Unterdessen hat die selbst ernannte „Bürgerwehr Güstrow“, die angeblich gegen kriminelle Asylbewerber vorgehen will, weitere nächtliche Patrouillen angekündigt. Dagegen wächst Widerstand. „An der menschenverachtenden und fremdenfeindlichen Gesinnung der ‚Bürgerwehr‘ besteht kein Zweifel“, teilt der SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Norbert Nieszery, mit. Am Wochenende beteiligten sich an der ersten Streife der Bürgerwehr laut Polizei mehrere Rechtsextreme.

Volle Bierflaschen flogen in der Nacht zu gestern gegen das Asylbewerberheim in Wismar. Die alarmierte Polizei nahm vier Männer und eine Frau fest. Noch unaufgeklärt sind zwei vermutlich ausländerfeindliche Attacken vom Wochenende. „Wir haben noch keine heiße Spur“, sagte ein Polizeisprecher gestern. In Lütten Klein sollen am Karfreitag drei Männer einen 26-jährigen Asylbewerber aus Kamerun niedergeschlagen und rassistisch beleidigt haben. In Wismar seien am nächsten Tag in der Nähe der Asylbewerberunterkunft zwei Ägypter angegriffen worden.

Die Zahl der Flüchtlinge wird weiter zunehmen. Etwa 4100 Erstanträge auf Asyl waren 2014 in MV gestellt worden. Für dieses Jahr rechnet das Innenministerium mit weiteren 6000 Asylanträgen.

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