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Pegida in MV : Sellering: „Für Hass kein Verständnis“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ministerpräsident Sellering lehnt Gespräche mit Pegida-Ablegern in Mecklenburg-Vorpommern ab

von
erstellt am 26.Jan.2015 | 20:25 Uhr

Die Montagabende scheinen für Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) zum festen Termin zu werden. Zum dritten Mal in Folge nahm er an einer Kundgebung gegen die islamkritische Mvgida- und Megida-Bewegung (Mecklenburg gegen die Islamisierung des Abendlandes) teil. In unserem Bundesland würden diese Demonstration noch stärker als anderswo von Rechtsextremisten dominiert, begründete er seine Teilnahme gestern gegenüber unserer Redaktion. „Es ist wichtig, dass wir dagegen halten und deutlich machen, dass wir ein weltoffenes Land wollen.“

Wie Sellering waren am Abend etwas mehr als 500 Demonstranten bei kaltem Nieselregen dem Aufruf zur Gegendemonstration auf dem Schweriner Alten Garten gefolgt. Das Aktionsbündnis für ein friedliches und weltoffenes Schwerin hatte für 18 Uhr zur Kundgebung aufgerufen, die Demonstration war vom DGB angemeldet worden.

Nur 50 Meter weiter an der Siegessäule, sammelten sich etwa zur selben Zeit die Islamgegner der Megida – dem Pegida-Ableger in Westmecklenburg. Nach Angaben der Organisatoren im Internet richtete sich der „dritte Abendspaziergang“ der Gruppierung unter anderem gegen religiösen Fanatismus, Krieg und gegen den Verfassungsschutz.

Gegen 18.30 Uhr wurde wieder die Lichter am Schloss, der Staatskanzlei, dem Staatlichen Museum und dem Staatstheater ausgeschaltet. Die Polizei zählte zu diesem Zeitpunkt nach eigenen Angaben knapp 500 Anhänger an der Siegessäule. Das waren etwa 100 bis 150 Teilnehmer mehr als noch vor 14 Tagen, als allerdings zeitgleich eine zweite Mvgida-Kundgebung in Stralsund stattfand. Gestern hatte man sich auf die einzige landesweite Anti-Islam-Veranstaltung in Schwerin konzentriert.

Losungen wie „Lügenpresse“ wurden gebrüllt, als sich der Marschblock gegen 19.20 Uhr durch die Innenstadt in Bewegung setzt. Einige forderte auf Schildern die Abschaffung von Rundfunkgebühren. Andere äußerten ihre Angst vor Ausländerkriminalität. Wieder waren zahlreiche Rechtsextreme wie der NPD-Landesvorsitzende Stefan Köster, der NPD-Fraktionschef im Landtag, Udo Pastörs, und der bundesweit bekannte Neonazi Thomas „Steiner“ Wulff aus Hamburg bei der Megida-Demo dabei. Wulff war auch der Wortführer als sich Demonstranten auf dem Mark ein Rededuell mit Stadtvertretern lieferten.

„Schwerin bleibt weltoffen“, rief Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke) auf der Gegendemonstration, die wegen eines Stromausfalls minutenlang unterbrochen war. Bürgerrechtler Heiko Lietz forderte anschließend von der Rednerbühne zum Dialog auf. Ministerpräsident Sellering sagte, auch er setze auf Gespräche – aber nicht mit den Organisatoren von Mvgida und Megida. „Mit Leuten die Ausländerfeindlichkeit und Hass säen, wollen wir nichts zu tun haben, dafür haben wir kein Verständnis, so der SPD-Politiker.

 

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