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Bühnenjubiläum in Schwerin: : Seit 50 Jahren auf der Bühne

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ute Kämpfer kam vor einem halben Jahrhundert ans Mecklenburgische Staatstheater – heute Abend ist sie in „Wie im Himmel“ zu erleben

von
erstellt am 07.Apr.2016 | 23:00 Uhr

Wenn Ute Kämpfer zu erzählen beginnt, sprüht sie vor Lebensfreude. Und die 76-Jährige hat viel zu erzählen. Sie steht seit einem halben Jahrhundert in Schwerin auf der Bühne, hat bereits davor Theater und Kabarett gemacht, hatte Auftritte in vielen Städten und kennt viele Berühmtheiten. Heute Abend feiert sie ihr
50-jähriges Bühnenjubiläum in Schwerin im Stück „Wie im Himmel“, das ab 19.30 Uhr im Großen Haus aufgeführt wird.

„Ich hatte Glück in meinem Künstlerleben, ich habe mit vielen guten Regisseuren zusammengearbeitet, habe tolle Rollen gehabt und fantastische Kollegen kennen gelernt“, sagt die gebürtige Leipzigerin. Besonders gern erinnert sie sich an den gemeinsamen Auftritt mit Gojko Mitic in „Sorbas“ bei den Schlossfestspielen 2009. „Er ist ein großartiger Mensch und ein toller Schauspieler“, erzählt sie und freut sich schon, ihn in wenigen Tagen in Stralendorf im „Scheunendrescher“ wieder zu treffen.

Aber auch Einar Schleef, „der prominentester Stotterer des deutschen Theaters“ wie sie sagt, ist ihr tief im Gedächtnis geblieben. Er hatte einem Schweriner Trio das Stück „Totentrompeten“ auf den Leib geschrieben: für sie, Lore Tappe und Grete Müller-Liebers. Weil das so gut ankam und beim Ruhrfestival in Mühlheim den ersten Preis abräumte, schrieb er für das Trio gleich noch „Drei Alte tanzen Tango“ und „Deutsche Sprache schwere Sprache“ hinterher, erzählt Ute Kämpfer. Viel Spaß hätten sie damals bei den gemeinsamen Besuchen mit Schleef im Landhaus des damaligen Schweriner Schauspielintendanten Dr. Ingo Waszerka in Ruest gehabt.

Wie viele Schweriner Schauspieler erinnert sie sich natürlich auch sehr gern an Regisseur Christoph Schroth, schließlich durfte sie in seinen legendären Faust-Inszenierungen die Marthe spielen.

„Ich habe nie gekuscht, aber auch keine Prüfungsangst gehabt und mit den Regisseuren ständig gestritten, wenn meine Vorstellungen von einer Rolle anders waren“, erzählt sie lachend. Denn durchbeißen musste sie sich schon von Kindesbeinen an. „Wegen eines kritischen politischen Stücks, das wir als 13-Jährige an der Schule aufgeführt hatten, bekam ich viel Ärger, durfte nicht zur EOS. Ich wurde Kindergärtnerin. Doch als ich mein Examen hatte, bin ich zum Studium an die Theaterschule Hans Otto in Leipzig gegangen“, erinnert sich Ute Kämpfer. Nach zahlreichen Rollen unter anderem in Stendal und Putbus wurde sie 1966 Ensemblemitglied des Mecklenburgischen Staatstheaters, wo sie mit Ernst M. Binder, Peter Dehler, István Iglódi, Gerd Jurgons, Christoph Schroth und vielen anderen zusammenarbeitete. „Besonders gern spielte ich Brecht“, sagt Kämpfer. So war sie als Shen Te in „Der gute Mensch von Sezuan“ oder in „Die sieben Todsünden der Kleinbürger“ zu sehen. In der „Dreigroschenoper“, die damals übrigens auch im Marstall aufgeführt wurde, verkörperte sie sowohl die Jenny als auch später die Frau Peachum.

Ihr musikalisches Talent zeigte Ute Kämpfer unter anderem als „Fräulein Schneider“ in „Cabaret“, als Französin Madame Hortense im Musical „Sorbas“ und vielen weiteren Rollen. Vielleicht hat sie damit sogar ihren Patensohn beeinflusst. Das ist Till Lindemann von „Rammstein“.



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