Pflege : Seit 25 Jahren halten sie Schritt

Seit einem Vierteljahrhundert halten Heike Zimmermann und Annerose Krüger (r.) der Diakonie-Sozialstation Crivitz nicht nur die Treue, vor elf Jahren haben sie auch die Geschäftsführung übernommen.  Fotos: Katja Müller
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Seit einem Vierteljahrhundert halten Heike Zimmermann und Annerose Krüger (r.) der Diakonie-Sozialstation Crivitz nicht nur die Treue, vor elf Jahren haben sie auch die Geschäftsführung übernommen. Fotos: Katja Müller

Die Zeiten von der mopedfahrenden Gemeindeschwester sind lange vorbei, doch die Liebe zu den Menschen ist geblieben

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02. November 2015, 16:00 Uhr

An das Knattern und auch an den kalten Wind auf der „Schwalbe“ kann sich Heike Zimmermann noch erinnern. Doch lange ist es her. Mehr als 25 Jahre. Vor 1990 war sie als Gemeindeschwester in und um Barnin unterwegs. Dann kam die Wende und dieses Kapitel wurde geschlossen. „Plötzlich gab es all das nicht mehr. Die pflegebedürftigen Menschen waren aber nicht über Nacht verschwunden“, erzählt Heike Zimmermann. Und so wurde am 31. Oktober 1990 die Diakonie-Sozialstation aus der Taufe gehoben. „Am 2. Januar 1991 haben wir mit acht ehemaligen Gemeindeschwestern begonnen“, erinnert sie sich. Und all die traurigen Gesichter ihrer Patienten waren zwar nicht vergessen, aber eben wieder mit einem Lächeln gefüllt. Als Einzelkämpfer hatte sie eine besondere Bindung zu den älteren Mitmenschen. Und auch wenn die Pflege längst nicht so intensiv gewesen sei wie heute war die Gemeindeschwester doch eine wichtige Bezugsperson im Leben der Patienten, erklärt die Krankenpflegerin.

Was auf der einen Seite für die Pflegebedürftigen mehr Fürsorge bedeutete, hatte auch eine Schattenseite: „Plötzlich brauchten wir für alles Genehmigungen der Krankenkassen. Ein Zettel hier, eine Unterschrift da. Der bürokratische Aufwand wurde mit den Jahren immer größer“, erinnert sich Annerose Krüger. Auch sie war schon in der Anfangszeit dabei. Der neue Arbeitsalltag war nicht für alle Gemeindeschwestern zu schultern. Nach und nach verabschiedeten sie sich. Doch Heike Zimmermann und Annerose Krüger sind geblieben. 25 Jahre. Und trotz schwerer und vor allem stressiger Zeiten haben sie ihren Entschluss nicht bereut. „Wir machen unsere Arbeit sehr gern. Es ist schön, mit anzusehen, wie so ein Unternehmen wachsen kann, die verschiedenen Bedürfnisse der Älteren abdeckt und Lösungen schafft“, sagt Annerose Krüger. Denn mit den Jahren wurde das Angebot der Diakonie-Sozialstation Crivitz erweitert. Es gibt neben der Pflege in den heimischen vier Wänden, nun auch das betreute Wohnen, die Begegnungsstätte, den Fahrdienst. Zudem hat die Sozialstation am 1. August 2013 die Tagespflege in Crivitz übernommen. Aber eben nicht nur das Angebot, sondern auch die Zahl der Mitarbeiter ist gewachsen: auf 43 Angestellte. Annerose Krüger und Heike Zimmermann haben 2004 die Geschäftsführung übernommen. „Wir kennen den Betrieb von Anfang an, wissen wo es hakt oder wo es schwierig ist. Und hoffen, so auch einen guten Überblick zu haben“, sagt Annerose Krüger. Als die Frage der Geschäftsführung im Raum stand, war so schnell klar, dass möglichst jemand aus dem Team das übernimmt. „Wir wissen auch um die wachsenden Ansprüche unserer Patienten. Und dass sie höhere Ansprüche haben, das ist auch gut so“, versichert Heike Zimmermann.

Am Wochenende blickte das Team auf die 25 Jahre der Sozialstation mit einer Andacht in der Kirche und einer Feierstunde im Pfarrhaus zurück. Zahlreiche Gäste kamen, um Glückwünsche zu überbringen und auch die eine oder andere Anekdote zum Besten zu geben.

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